Ich setzte einfach den letzte Eintrag fort: Der Philipp, der bei mir zu Besuch war, ist an dem Wochenende mit dem Bus wieder nach Auckland gefahren um arbeiten anzufangen.
In der Arbeit gibt es nicht viel neues. Die Kinder sind immer noch größtenteils artig, v.a. die Mädchen sehr anhänglich und allgemein voller Energie. Mit dem immer wärmer werdenden Wetter sind wir fast immer draußen und spielen Rugby, Fangen ums Klettergerüst oder hämmern uns eigene Holzgewehre zusammen und spielen damit. Bei Regen basteln wir verschiedenste Kunstwerke oder kuscheln uns in die Sessel um einen Film zu sehen.
Das alte Kirchengebäude muss natürlich auch mal renoviert werden. Also schlüpfe ich in den Overall, den ich schon mal beim Kabelverlegen an hatte (s. älterer Post), und krieche wieder unter die Kirche um Isolierung unter dem Fußboden anzubringen, damit die Kinderfüßchen im nächsten Winter nicht frieren müssen. Da es dort unten ziemlich dreckig und staubig ist habe ich, wie in dem Bild rechts zu sehen ist, auch einen Atemschutz, Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und Gehörschutz auf. Die Isolierung muss auch noch passend mit einer lauten Stichsäge zugesägt werden, wobei ich jedes Stück extra ausmessen muss, weil die Balken nicht annähernd gerade verlegt sind.Am Donnerstag, den 5.11., wurde hier in Neuseeland "Guys Fawke's Night" gefeiert. Info dazu bei Wikipedia. Fiorella und ich sind am Abend an die Marine Parade, Napiers Strandpromenade gefahren. Den ganzen Strand entlang haben viele Leute Lagerfeuer entfacht und Feuerwerke angezündet. Da war richtig mal was los hier. Dort entlang zu spazieren war recht schön.
Am Samstag Abend gab es bei der nahe gelegenen Rennstrecke noch einen größeren Event. Mit Stefan habe ich mich das Stock-Car-Rennen angesehen. Neben recht spektakulären Zusammenstößen sind ordentlich die Erdklumpen geflogen. Wir sind strategisch ungünstig in der Kurve gesessen und wurden regelrecht von dem harten Dreck beschossen. Später ist noch die Fiorella zu uns gestoßen.
Am Samstag Abend gab es bei der nahe gelegenen Rennstrecke noch einen größeren Event. Mit Stefan habe ich mich das Stock-Car-Rennen angesehen. Neben recht spektakulären Zusammenstößen sind ordentlich die Erdklumpen geflogen. Wir sind strategisch ungünstig in der Kurve gesessen und wurden regelrecht von dem harten Dreck beschossen. Später ist noch die Fiorella zu uns gestoßen.

Als es schließlich dunkel war, gab es ein bezauberndes Feuerwerk. Sehr eindrucksvoll.
Die Weihnachtszeit holt mich nun langsam ein, da wir in der Concert Band angefangen haben Weihnachtslieder zu spielen. Mitte November bei Sommertemperaturen gibt es bei mir aber noch keine Weihnachtsstimmung.
Kommendes Wochenende war ein Kurzurlaub nach Gisborne geplant. Da ich noch nie nördlich der Küste gefolgt bin, habe ich mir das in den Kopf gesetzt. Geplant, getan. Stefan hat sich mir sofort angeschlossen. Somit kann er noch etwas Tourist in seinem eigenem Land spielen, bevor er nach Deutschland auswandert. Samstagmorgen ging es mit meinem Auto los. Für drei Stunden sind wir an der Küste entlang gefahren um schließlich in Gisborne anzukommen. (Fotos unten sind von einem Zwischenstop.)

Nachdem wir in einem Campingplatz eingecheckt hatten und das Zelt aufgebaut war, ging es per Fuß auf Stadterkundungstour. Wie in jeder Stadt, die ich mir bis jetzt in Neuseeland angesehen habe, gab es einen Aussichtshügel, auf den wir natürlich auch gewandert sind.
Wunderschöne Sicht über Gisborne und den vielen Buchten mit Stränden. Beim Heraufwandern haben wir zwei Kiwis getroffen, die natürlich wie alle Neuseelandländer sehr gesprächig und offen waren. Gutes Gespräch über Deutsche, Holländer und alles mögliche. Wobei sie einiges vielleicht nicht gesagt hätten, wenn sie vorher gewusst hätten, dass ich Deutscher bin und Stef einen holländischen Vater hat. War ganz witzig.
Am Fuße des Hügels steht ein Denkmal für Captain Cook, der genau in dieser Bucht des erste Mal Fuß auf Neuseeland gesetzt hat. Rechts ein Foto mit Stefan und mir davon. Dann ging es bei einem Städtebummel quer durch die Innenstadt, bei dem wir festgestellt haben, dass wir Riesen sind (siehe links). Außerdem haben wir einen Fluss auf einer Eisenbahnbrücke ohne Geländer überquert, was aber als normaler Gehweg genutzt wird. Nachdem wir uns nach einem langen Fußmarsch zurück zum Campingplatz Abendessen gekocht haben, ging es wieder zurück nach Gisborne. Die "All Whites" (Neuseeländisches Fußballnationalteam) spielen das letzte Qualifikationsspiel bei dem es um den Einzug in der WM geht, den sie seit Jahrzehnten verpasst haben. Einfacher gedacht als getan. Viele Pubs haben das Spiel nicht übertragen und der eine, in dem es laut Anwohnern übertragen wird, war geschlossen. Pünktlich zum Anpfiff haben wir dann noch eine Bar gefunden. Prost! (irisches Bier, neuseeländisches Bier ist nicht so dunkel)
Mit lautem Jubel haben wir dann auch gewonnen. Damit ist Neuseeland seit Ewigkeiten bei der WM dabei und ist als Gegner sehr begehrt, da die anderen Teams sich (zu Recht...) sehr gute Chancen ausrechnen.Am Sonntag ging es wieder etwas südlich und dann aber westlich ins Landesinnere. Über schmale und kurvige Schotterstraßen fuhren wir in den Te Urewera National Park. Davon gibt es leider keine Fotos weil meine Camera nur unscharfe Fotos gemacht hat. Ärgerlich. Dieser sehr ruhige unberührte Ort hatte einen rauen See mit viel Wald drumherum. Nachdem wir im leeren Campingplatz unser Zelt aufgebaut hatten (diesmal fast in Rekordzeit), wollten wir eine Wanderungen in die Wildnis machen. Ein 6stündige Rundtour war eine unter den vielen möglichen Tracks. Nach viereinhalb Stunden durch dichten Wald, der sich aber ständig verändert hat, sind wir schon wieder am Ausganspunkt angekommen. Wir beide hatten ein gute Zeit und auch eine andere Person getroffen: eine Jäger, der seine Pfade erneuert hat. Im Sommer ist er hier in Neuseeland und wenn es Winter wird, also so im Mai, wandert er für ein paar Monate nach Kanada aus um dort zu jagen und zu fischen. Das macht für ihn viele Jahre mit ausschließlich Sommer. So lässt sich es leben. Stefan und ich sind totmüde wieder im Campingplatz angekommen. Es gab dort eine Küche, aber keine Töpfe. Wir hatten natürlich keinen mitgenommen. Aber die freundliche Besitzerin hat uns einen Topf mit der Bedingung ausgeliehen, dass wir ihn geputzt und poliert wieder zurück bringen. Somit gab es für uns doch ein warmes Abendessen. Danach sind wir gleich im Zelt um 7 abends eingeschlafen. (Die Tage vorher sind wir ja auch viel auf den Beinen gewesen und haben nicht zu lange geschlafen.) Die obligatorische Tasse Tee gab es um 21Uhr, als wir wieder aufgewacht sind. Da die Küche eben nicht ausgestattet war und wir nur Teller, Schüsseln und Besteck dabei hatte, tranken wir unseren Tee aus Müslischälchen. Da werden die Hände wenigstens auch schön warm. Es hatte mittlerweile angefangen zu nieseln (Der Tag bis dahin war sonnig) und wurde kalt. Es ging also gleich wieder in den warmen Schlafsack. Als ich um 4 aufgewacht bin und raus musste, habe ich mich widerwillig raus in die Kälte gequält. Aber der Sternenhimmel hat alles belohnt und war einfach großartig. Wolkenlos und stockdüster in der Wildnis war es überwältigend. Mit der aufgehenden Sonne um 6 Uhr sind wir beide aufgewacht und waren auch ausgeschlafen. Nach dem Frühstück wurde zusammen gepackt und es ging zurück nach Napier, da wir beide nachmittags arbeiten mussten.
In der Woche kam mich der David besuchen, der als Work and Travel umher reist, wobei die Arbeitserfahrung bis jetzt noch völlig fehlt. Mit einem Deutschen und Franzosen, die er in Auckland kennen gelernt hat, ist er nach Napier gekommen. Er hat sich meine Arbeit angesehen und ist selbstständig auf Erkundungstour in Napier gegangen.Dann ist er weiter nach Hasting gezogen um dort nach einem Job zu suchen. Ergebnislos kam er nach zwei Tagen zurück. Die Jugendgruppe Massive und internationale Schüler vom EIT haben einen Tagesausflug zum Cape Kidnappers gemacht, bei dem ich dabei war und der David sich angeschlossen hat. Das Bild rechts zeigt den Blick vom Parkplatz auf Napier Hill. Von den abgestellten Autos ging es zu Fuß am Strand entlang zum Kap. Der ganze Walk ist am Strand und zwar so, dass man Flut und Ebbe mit einberechnen muss. Es sei denn man will schwimmen, aber das war jetzt nicht ganz unser Plan. Viele von uns (wir waren 30 in unserer Gruppe) mussten dann ihre Schuhe aufgeben, da die Gezeiten sich nicht ganz an den Zeitplan halten wollten. Doch ein paar tapfere Veteranen der pädagogischen Käseglocke (David und ich) konnten dies durch ein paar Kletterpartien vermeiden.


Blick zurück bis an die Spitze müssen wir
Den letzten Hügel muss man dann rauf laufen um zur Vögel (Gannets) Kolonie zu kommen:


Das Schild gilt für Mensch und Vögel: Die brüten echt bis direkt an die Absprerrung und kümmern sich überhaupt nicht um die interessierten Touristen. Dort oben kann man also die vielen Vögel zusammen mit den anderen Leuten beobachten oder man geniest die Aussicht:
Oder man spielt mit der Burstfunktion:

Und nach diesem erfüllten Tag kommt dann aber auch der Rückweg. Leider war die Sonne dann schon ein bisschen weg. Und nachdem ich die ganze Zeit meine Schuhe anbehalten konnte, wollte ich dann doch noch ein bisschen durch das kühle Nass des Pazifiks waten. Die Füße haben nach 6 Stunden etwas weh getan und für ein verdientes BBQ ging es zum Haus vom Pfarrer.
Peter, der Boss von Kfc, ist für 3 Wochen in Urlaub auf die Südinsel gefahren und ich passe in der Zeit auf das Haus auf und füttere Hund und Katz. David hat die nächsten zwei Nächte mit mir dort gepennt und ist dann nach Wellington aufgebrochen.
Der Eintrag ist nun lang genug und es ist auch spät genug. Das nächste Update kommt bald!







