Es ist viel passiert. Nun ist schon Anfang Dezember, aber von Weihnachtsstimmung kann man nicht sprechen. Einfach viel zu warm dazu.
An einem Sonntag habe ich entschieden mal alleine Wandern zu gehen. Also fuhr ich mit meinem Auto Richtung Westen zu den Kaweka Ranges (Bergkette). In diesem menschenleeren Gebiet gibt es natürlich im Kiwi-Land wilde Kiwis, für die mit Schildern um besondere Vorsicht gebeten wird. Ich hatte zwar eine Straßenkarte, aber trotzdem bin ich an einer Kreuzung fünf Minuten gestanden, da die Karte schier nicht mit dem Straßenschild zusammen gepasst hat. Schließlich kam ein Einheimischer vorbei und erzählte mir, dass das Wegweiserschild komplett verdreht sei und zeigte mir den richtigen Weg. Nach insgesamt eineinhalb Stunden Autofahrt auf größtenteils Schotterstraßen durch die Wildernis bin ich am Fuß des Berges angekommen und los gings. Ich hab nur einen anderen Wanderer getroffen,
der mich vor dem starken Wind am Gipfel gewarnt hat. Und es hat gestürmt. Ich musste mich teilweise hinknien und festhalten um nicht weggeweht zu werden. Von Gipfel des Kaweka J Trig hatte ich eine schöne Aussicht bin nach Napier. Ruck zuck gings wieder zurück zum Auto. Kirsty war beruhigt als ich wieder zu Hause war, da sich die Heimfahrt ziemlich gezogen hat.
Über ein Wochenende habe ich drei andere ICYE Freiwillige in ihrem Projekt dem Lake Taupo Christian Camp besucht. Am Samstag sind wir am Nachmittag an den “Hot Water” Beach vom Lake Taupo gefahren. Wenn man nur ein bisschen gegraben hat, war der Sand so heiß, dass man sich verbrannte. Am Abend haben wir noch in den heißen Quellen relaxed, die freizugänglich hinter Taupo liegen. Früh morgens am nächsten Tag fuhren wir in den Tongariro Nationalpark um eine Tageswanderung zu machen: Das Tongariro Alpine Crossing ist eine der zehn besten Tageswanderungen weltweit. 19,4 km ist die reine Wegstrecke ohne die möglichen Abstecher.
Zu dritt haben wir uns voll bepackt auf den Weg gemacht. Die Landschaft war echt atemberaubend. Wir haben uns wie auf Frodos Spuren gefühlt, v.a. da wir direkt an Mt. Ngauruhoe, Mt. Doom oder auch Schicksalsberg in Herr der Ringe, vorbei gewandert sind. Ohne Special-Effekts sieht er natürlich etwas anders aus, aber
trotzdem noch deutlich zu erkennen.
Das Wetter war anfangs noch ganz in Ordnung, aber sobald wir uns das steile Stück hochgequält haben, sind wir in dichte Wolken/Nebel gekommen.
Es war eine besondere Atmosphäre im dichten Nebel durch den großer Krater durchzuwandern. Den dreistündigen Abstecher auf Mt. Ngauruhoe haben wir uns wegen dem schlechten Wetter gespart, den Aussicht hätten wir keine gehabt. Da wir jedoch sehr gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns für einen einstündigen Abstecher auf den Mt. Tongariro, nach dem der Nationalpark seinen Namen hat. Durch Nebel sind wir auf den Gipfel geirrt, wobei wir einige Mal von Weg abgekommen un
d sogar in einem Schneefeld gelandet sind. Weiter gings an den blauen Kraterseen vorbei und nun eigentlich nur noch bergab.
Diese Wanderung war im krassen Gegensatz zu meiner menschenleeren Besteigung des Kaweka J Trig. Kontinuierlich sind Wanderer entgegen gekommen und man ist ständig mit Massen zusammen gelaufen. Deutsche waren natürlich zahlreich vertreten und wir haben zwei dt. Mädls Tamara und Romy kennengelernt, mit denen wir zusammen das letzte Stück gewandert sind. Nach insgesamt sieben Stunden wandern sind wir erschöpft am Parkplatz angekommen.
Wir hatten die geniale Idee mit den km-Schildern eine Bilderfolge zu machen: (einige paar wenige haben wir verpasst…)
Montag Vormittag bin ich wieder nach Napier zurückgefahren, da ich wie immer um 2.30 Uhr bei Kfc sein musste. Peter ist noch im Urlaub, aber es läuft auch super ohne ihn. Sein Hund hört mittlerweile auf mich und läuft mir nicht mehr davon.
Die ersten zwei Mal ist sie beim Gassi gehen einfach nach Hause gelaufen. Tamara und Romy haben mich im Laufe der Woche für zwei Tage in Napier besucht. (Rechts ein Bild von uns drei auf dem Napier Hill Lookout)
Weihnachten naht immer mehr. Meine Stimmung dafür nicht. Um Spenden zu sammeln zieht die Napier Memorial Tech Band vor Weihnachten um die Häuser und spielt Weihnachtslieder. Um mobil zu sein, spielen wir von der Ladefläche eines rumfahrenden Trucks.
Links ist das Mainly Music Team im Weihnachtsoutfit zu sehen. Es war etwas traurig die süßen Kinder ein letztes Mal zu sehen.
Der 15. Dezember wird mein letzter Arbeitstag in Napier sein. Daher bin ich fleißig am packen und planen für meine sechs Wochen Urlaub.