Freitag, 13. November 2009

Vorweihnachtszeit I

Tut mir leid, dass ich mich erst nach einer halben Ewigkeit wieder melde. Nun habe ich natürlich einiges zu erzählen, werde aber versuchen mich kurz zu halten.

Ich setzte einfach den letzte Eintrag fort: Der Philipp, der bei mir zu Besuch war, ist an dem Wochenende mit dem Bus wieder nach Auckland gefahren um arbeiten anzufangen.
In der Arbeit gibt es nicht viel neues. Die Kinder sind immer noch größtenteils artig, v.a. die Mädchen sehr anhänglich und allgemein voller Energie. Mit dem immer wärmer werdenden Wetter sind wir fast immer draußen und spielen Rugby, Fangen ums Klettergerüst oder hämmern uns eigene Holzgewehre zusammen und spielen damit. Bei Regen basteln wir verschiedenste Kunstwerke oder kuscheln uns in die Sessel um einen Film zu sehen.
Das alte Kirchengebäude muss natürlich auch mal renoviert werden. Also schlüpfe ich in den Overall, den ich schon mal beim Kabelverlegen an hatte (s. älterer Post), und krieche wieder unter die Kirche um Isolierung unter dem Fußboden anzubringen, damit die Kinderfüßchen im nächsten Winter nicht frieren müssen. Da es dort unten ziemlich dreckig und staubig ist habe ich, wie in dem Bild rechts zu sehen ist, auch einen Atemschutz, Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und Gehörschutz auf. Die Isolierung muss auch noch passend mit einer lauten Stichsäge zugesägt werden, wobei ich jedes Stück extra ausmessen muss, weil die Balken nicht annähernd gerade verlegt sind.

Am Donnerstag, den 5.11., wurde hier in Neuseeland "Guys Fawke's Night" gefeiert. Info dazu bei Wikipedia. Fiorella und ich sind am Abend an die Marine Parade, Napiers Strandpromenade gefahren. Den ganzen Strand entlang haben viele Leute Lagerfeuer entfacht und Feuerwerke angezündet. Da war richtig mal was los hier. Dort entlang zu spazieren war recht schön.

Am Samstag Abend gab es bei der nahe gelegenen Rennstrecke noch einen größeren Event. Mit Stefan habe ich mich das Stock-Car-Rennen angesehen. Neben recht spektakulären Zusammenstößen sind ordentlich die Erdklumpen geflogen. Wir sind strategisch ungünstig in der Kurve gesessen und wurden regelrecht von dem harten Dreck beschossen. Später ist noch die Fiorella zu uns gestoßen.



Als es schließlich dunkel war, gab es ein bezauberndes Feuerwerk. Sehr eindrucksvoll.

Die Weihnachtszeit holt mich nun langsam ein, da wir in der Concert Band angefangen haben Weihnachtslieder zu spielen. Mitte November bei Sommertemperaturen gibt es bei mir aber noch keine Weihnachtsstimmung.

Kommendes Wochenende war ein Kurzurlaub nach Gisborne geplant. Da ich noch nie nördlich der Küste gefolgt bin, habe ich mir das in den Kopf gesetzt. Geplant, getan. Stefan hat sich mir sofort angeschlossen. Somit kann er noch etwas Tourist in seinem eigenem Land spielen, bevor er nach Deutschland auswandert. Samstagmorgen ging es mit meinem Auto los. Für drei Stunden sind wir an der Küste entlang gefahren um schließlich in Gisborne anzukommen. (Fotos unten sind von einem Zwischenstop.)












Nachdem wir in einem Campingplatz eingecheckt hatten und das Zelt aufgebaut war, ging es per Fuß auf Stadterkundungstour. Wie in jeder Stadt, die ich mir bis jetzt in Neuseeland angesehen habe, gab es einen Aussichtshügel, auf den wir natürlich auch gewandert sind.
Wunderschöne Sicht über Gisborne und den vielen Buchten mit Stränden. Beim Heraufwandern haben wir zwei Kiwis getroffen, die natürlich wie alle Neuseelandländer sehr gesprächig und offen waren. Gutes Gespräch über Deutsche, Holländer und alles mögliche. Wobei sie einiges vielleicht nicht gesagt hätten, wenn sie vorher gewusst hätten, dass ich Deutscher bin und Stef einen holländischen Vater hat. War ganz witzig.
Am Fuße des Hügels steht ein Denkmal für Captain Cook, der genau in dieser Bucht des erste Mal Fuß auf Neuseeland gesetzt hat. Rechts ein Foto mit Stefan und mir davon. Dann ging es bei einem Städtebummel quer durch die Innenstadt, bei dem wir festgestellt haben, dass wir Riesen sind (siehe links). Außerdem haben wir einen Fluss auf einer Eisenbahnbrücke ohne Geländer überquert, was aber als normaler Gehweg genutzt wird. Nachdem wir uns nach einem langen Fußmarsch zurück zum Campingplatz Abendessen gekocht haben, ging es wieder zurück nach Gisborne. Die "All Whites" (Neuseeländisches Fußballnationalteam) spielen das letzte Qualifikationsspiel bei dem es um den Einzug in der WM geht, den sie seit Jahrzehnten verpasst haben. Einfacher gedacht als getan. Viele Pubs haben das Spiel nicht übertragen und der eine, in dem es laut Anwohnern übertragen wird, war geschlossen. Pünktlich zum Anpfiff haben wir dann noch eine Bar gefunden. Prost! (irisches Bier, neuseeländisches Bier ist nicht so dunkel)
Mit lautem Jubel haben wir dann auch gewonnen. Damit ist Neuseeland seit Ewigkeiten bei der WM dabei und ist als Gegner sehr begehrt, da die anderen Teams sich (zu Recht...) sehr gute Chancen ausrechnen.
Am Sonntag ging es wieder etwas südlich und dann aber westlich ins Landesinnere. Über schmale und kurvige Schotterstraßen fuhren wir in den Te Urewera National Park. Davon gibt es leider keine Fotos weil meine Camera nur unscharfe Fotos gemacht hat. Ärgerlich. Dieser sehr ruhige unberührte Ort hatte einen rauen See mit viel Wald drumherum. Nachdem wir im leeren Campingplatz unser Zelt aufgebaut hatten (diesmal fast in Rekordzeit), wollten wir eine Wanderungen in die Wildnis machen. Ein 6stündige Rundtour war eine unter den vielen möglichen Tracks. Nach viereinhalb Stunden durch dichten Wald, der sich aber ständig verändert hat, sind wir schon wieder am Ausganspunkt angekommen. Wir beide hatten ein gute Zeit und auch eine andere Person getroffen: eine Jäger, der seine Pfade erneuert hat. Im Sommer ist er hier in Neuseeland und wenn es Winter wird, also so im Mai, wandert er für ein paar Monate nach Kanada aus um dort zu jagen und zu fischen. Das macht für ihn viele Jahre mit ausschließlich Sommer. So lässt sich es leben. Stefan und ich sind totmüde wieder im Campingplatz angekommen. Es gab dort eine Küche, aber keine Töpfe. Wir hatten natürlich keinen mitgenommen. Aber die freundliche Besitzerin hat uns einen Topf mit der Bedingung ausgeliehen, dass wir ihn geputzt und poliert wieder zurück bringen. Somit gab es für uns doch ein warmes Abendessen. Danach sind wir gleich im Zelt um 7 abends eingeschlafen. (Die Tage vorher sind wir ja auch viel auf den Beinen gewesen und haben nicht zu lange geschlafen.) Die obligatorische Tasse Tee gab es um 21Uhr, als wir wieder aufgewacht sind. Da die Küche eben nicht ausgestattet war und wir nur Teller, Schüsseln und Besteck dabei hatte, tranken wir unseren Tee aus Müslischälchen. Da werden die Hände wenigstens auch schön warm. Es hatte mittlerweile angefangen zu nieseln (Der Tag bis dahin war sonnig) und wurde kalt. Es ging also gleich wieder in den warmen Schlafsack. Als ich um 4 aufgewacht bin und raus musste, habe ich mich widerwillig raus in die Kälte gequält. Aber der Sternenhimmel hat alles belohnt und war einfach großartig. Wolkenlos und stockdüster in der Wildnis war es überwältigend. Mit der aufgehenden Sonne um 6 Uhr sind wir beide aufgewacht und waren auch ausgeschlafen. Nach dem Frühstück wurde zusammen gepackt und es ging zurück nach Napier, da wir beide nachmittags arbeiten mussten.


In der Woche kam mich der David besuchen, der als Work and Travel umher reist, wobei die Arbeitserfahrung bis jetzt noch völlig fehlt. Mit einem Deutschen und Franzosen, die er in Auckland kennen gelernt hat, ist er nach Napier gekommen. Er hat sich meine Arbeit angesehen und ist selbstständig auf Erkundungstour in Napier gegangen.Dann ist er weiter nach Hasting gezogen um dort nach einem Job zu suchen. Ergebnislos kam er nach zwei Tagen zurück. Die Jugendgruppe Massive und internationale Schüler vom EIT haben einen Tagesausflug zum Cape Kidnappers gemacht, bei dem ich dabei war und der David sich angeschlossen hat. Das Bild rechts zeigt den Blick vom Parkplatz auf Napier Hill. Von den abgestellten Autos ging es zu Fuß am Strand entlang zum Kap. Der ganze Walk ist am Strand und zwar so, dass man Flut und Ebbe mit einberechnen muss. Es sei denn man will schwimmen, aber das war jetzt nicht ganz unser Plan. Viele von uns (wir waren 30 in unserer Gruppe) mussten dann ihre Schuhe aufgeben, da die Gezeiten sich nicht ganz an den Zeitplan halten wollten. Doch ein paar tapfere Veteranen der pädagogischen Käseglocke (David und ich) konnten dies durch ein paar Kletterpartien vermeiden.













                Blick zurück                                                                                    bis an die Spitze müssen wir

Den letzten Hügel muss man dann rauf laufen um zur Vögel (Gannets) Kolonie zu kommen:














Das Schild gilt für Mensch und Vögel: Die brüten echt bis direkt an die Absprerrung und kümmern sich überhaupt nicht um die interessierten Touristen. Dort oben kann man also die vielen Vögel zusammen mit den anderen Leuten beobachten oder man geniest die Aussicht:










Oder man spielt mit der Burstfunktion:







Und nach diesem erfüllten Tag kommt dann aber auch der Rückweg. Leider war die Sonne dann schon ein bisschen weg. Und nachdem ich die ganze Zeit meine Schuhe anbehalten konnte, wollte ich dann doch noch ein bisschen durch das kühle Nass des Pazifiks waten. Die Füße haben nach 6 Stunden etwas weh getan und für ein verdientes BBQ ging es zum Haus vom Pfarrer.
Peter, der Boss von Kfc, ist für 3 Wochen in Urlaub auf die Südinsel gefahren und ich passe in der Zeit auf das Haus auf und füttere Hund und Katz. David hat die nächsten zwei Nächte mit mir dort gepennt und ist dann nach Wellington aufgebrochen.
Der Eintrag ist nun lang genug und es ist auch spät genug. Das nächste Update kommt bald!

Montag, 26. Oktober 2009

Tauranga + Auckland & Labour-Weekend

Der Nationalsport der Kiwis ist Rugby. Die "All Blacks" sind das neuseeländische Länderteam, welches ich schon bei einigen Spielen im Fernsehen gesehen habe. Alle Kiwis sind große Fans. Bei einem Sieg sind alle glücklich, nur bei einer Niederlage trauert die ganze Nation. Natürlich muss man sowas auch mal live sehen, also hat mich Peter am vorletzten Donnerstag zu einem Spiel in Napier mitgenommen. Das Team der Hawke's Bay, die Magpies, hat gegen Canterbury gespielt.

Am Freitag, den 16.10. sind Fiorella, Ines (eine Freiwillige von ICYE aus Bolivien, die in der Nähe von Wellington arbeitet) und ich in ca. viereinhalb Stunden nach Tauranga gefahren. In dieser nördlich von Napier gelegenen Stadt, in der wir schon unser Vorbereitungsseminar hatten, haben wir andere Freiwillige besucht. Zwei Deutsche arbeiten dort in der Sportabteilung einer Knabenschule. In deren Haus haben wir uns für drei Nächte eingenistet. Wir hatten eine super Zeit zusammen. In deren Garten, der auch ein Sportfeld der Schule ist, haben wir Golf gespielt, was eigentlich verboten ist. (Am Montag, als wir schon wieder weg waren, ist der Direktor der Schule vorbeigekommen und hat sie beim golfen erwischt. Aber er hat einfach seinen Golfbag aus dem Auto geholt, den man ja immer dabei hat, und mitgespielt :D) Um rechtzeitig zum Ausbruch eines Geysers dort zu sein, sind wir am Samstag relativ früh aufgestanden. Natürlich sind wir dann später weggekommen als geplant. Unerwartet, aber mit großer Freude sind wir dennoch pünktlich nach knapp zweistündiger Fahrt im "Wai-o-tapu Wonderland" südlich von Rotorua angekommen. Genau um 10.15 Uhr erwacht der Geyser "Lady Knox" aufgrund von Hinzugabe von Waschmittel zum Leben. Danach haben Fiorella, Ines und ich noch die zweistündige Wanderung durch die "Heiligen Gewässer" gemacht. Zu erwähnen ist neben der Schönheit dieses Gebietes auch der fürchterliche Gestank, der im gesamten Umland von Rotorua und sogar in der Stadt, den empfindlichen Geruchssinn plagt. Die (geruchlosen) Fotos sind unten aufgereiht.









Lady Knox Geyser beim Ausbruch































Rechts der sog. Champagne Pool, der beständig perlt und blubbert.



































Rechts der Teufels Tümpel mit seiner einladenden natürlichen Farbe
































Am Abend nach dem Ausflug sind wir gemeinsam mit ungefähr noch 10 weiteren Leuten, meist andere ICYE-Freiwillige aus der Umgebung, Party machen gegangen. Ein Krankenhausbesuch (als Besucher) stand auf dem Plan für den Sonntag. Andi, ein deutscher Zivi, hatte in seinem Projekt einen Unfall. Mit dem überladenen Arbeitsjeep sind sie zu zweit zu schnell einen Berg runtergefahren. Bei dem Überschlag ist dem anderen nichts passiert, aber Andis Fuß wurde zur Hälfte abgetrennt. Nun ist er seit ungefähr einem Monat im Krankenhaus. Als wir ihn besucht haben ging es ihm recht gut und er wird das Krankenhaus in den nächsten Tagen verlassen. Zum Abendessen gab es recht vornehmes und somit leckeres asiatisches All-you-can-eat zum günstigen Preis von zehn Euro.
Da ich in dem Ferienprogramm immer so lange gearbeitet habe (sozusagen Überstunden gesammelt), durfte ich mir ein paar Tage frei nehmen. Fiorella und Ines nahmen am Montag dem Bus nach Hause. Ich fuhr jedoch mit meinem Auto weiter nördlich nach Auckland. Zufällig ist der Philipp (Koch) an jenem Montag für sein Jahr Work&Travel am Auckland Airport angekommen. Deswegen hatten wir ausgemacht uns dort zu treffen, da zudem Auckland nur zwei Stunden von Tauranga entfernt liegt. Also um halb fünf Uhr aufgestanden um den Philipp nicht all zu lange am Flughafen warten zu lassen. Bei wunderschönen Sonnenaufgang fuhr ich entspannt die leeren flachen Straßen entlang und dann kam ich aber wegen des fürchterlichen Stadtverkehrs gestresst am internationalen Flughafen an. Wenigsten konnte ich direkt neben den Behindertenparkplätzen nahe dem Eingang parken, weil diese Parkplätze für umweltfreundliche Autos reserviert sind. Mit einem Hubraum von 1300 Litern fällt mein Auto noch in diese Kategorie. Nach einem unglaublichen Wiedersehen mit Philipp sind wir in die Innenstadt von Auckland zu unserer Jugendherberge gefahren. Chuck, ein Mitbewohner aus unserem 4er-Zimmer hat uns freundlicherweise in Auckland herumgeführt und uns Insidertipps gegeben. Dieser Maori war ein sehr netter Kerl. So sind wir zum Beispiel am Dienstag Abend in eine Bar gegangen, in der es in der Happy Hour für Backpacker Freibier gab. Außerdem bestiegen wir nach einigem Umherirren Mt. Enden, einen Aussichtshügel. Wir schlenderten durch Auchkland Domain, einem großen Park mitten in Auckland, mit Abschnitten von tiefstem Wald. Angrenzend ist dort das Museum, in das wir auch gegangen sind. Highlight einer Auckland Besichtigungstour ist der 328m hohe Skytower. Er ist der höchste Turm der südlichen Hemisphäre und Nummer zwölf weltweit. Von der Aussichtsplattform hat man einen hervorragenden Blick.
Wieder nach Hause nach Napier ging es am Mittwoch, da ich nachmittags wieder arbeiten musste. Der Philipp hat mich begleitet, wobei seine Mithilfe erwünscht und hilfreich war. Am Donnerstag wurde noch gearbeitet, aber am Freitag hatten wir schon wieder frei, da ein regionaler Feiertag war. Somit fuhren wir beide und Fiorella auf eine Art Jahrmarkt in der Nachbarstadt Hastings. Zusammen mit Philipp probierten wir eine Fahrattraktion aus. Das angsterregenste war dabei, dass das gesamte Gestell auseinander zufallen schien.
Um das sonnige Wetter am Samstag zu nutzen sind wir an einen sandigen Strand in Napier gefahren. Zum Baden ist das Wasser noch zu kalt, aber Sonne tanken und einfach relaxen geht gut. Wobei man aufpassen muss, dass bei der starken brennenden Sonne wegen dem Ozonloch keinen Sonnenbrand bekommt. Abends ging es in den einzigen Nachtclub in Napier um in Fiorellas 19. Geburtstag reinzufeiern.
Während dem Gottesdienst am Sonntag spielte ich nun schon zum zweiten Mal Trompete. Zusammen mit der Orgel spielten wir die Kirchenlieder, zu denen die Kirchenbesucher singen. Orgel und Trompete klingen einfach gut zusammen und die klare Trompetenstimme hilft beim Singen. Ich wurde daher gefragt öfters bei den Gottesdiensten zu spielen.
Am Montag war Tag der Arbeit (Labour Day), also Feiertag in ganz Neuseeland. Deswegen wird das ganze Wochenende auch "Labour Weekend" genannt.

Unten folgen die Fotos aus Auckland.

Skyline von Auckland vom Mt. Eden




Auckland bei Nacht:
Links der Blick vom Skytower, rechts der Blick auf den Skytower.























Lake Taupo (Zwischenstation auf dem Weg zurück nach Napier)



Fun times =)



Napier Hill

Samstag, 10. Oktober 2009

Schulferien

Am Freitag, den 25. September, hatten wir schließlich unsere geplante "Costa Rica Party" in der Kirche. Die letzte Planung in der Woche vorher lief etwas drunter und drüber. Brett, der Pfarrer, ist aufgrund von Stress völlig erschöpft. Seine vielen Ämter haben ihm zu viel abverlangt und somit hat er drei Wochen Erholungsurlaub von seinem Arzt verschrieben bekommen. Dadurch ist der Hauptorganisator des Costa Rica Festes weggefallen. Wim und Louise (Erwachsene, die auch beim Kfc mithelfen) sind dann für ihn eingesprungen. Da Fiorella und ich von Anfang an beim Organisieren mit dabei waren, wussten wir über alle Pläne Bescheid und die Party konnte doch noch steigen. (Es würde darüber nachgedacht das Fest zu verschieben.) Am Freitag wurde die sog. Fish Hall (erbaut von einem Pf. Fish) von uns dekoriert und fleißig Teile des Essens gekocht. Die Gäste haben selber auch noch Gerichte mitgebracht, von Rezepten die wir vorher verteilt hatten. Oben links ein Foto der Fish Hall mit einem Teil des Buffets und der costaricanischen Flagge. Rechts ein Foto von Fiorella in der Landestracht und mir am Buffet. Zu diesem Fest waren die Kinder von Kfc und Mainly Music und deren Eltern eingeladen. Es kamen ungefähr 50 Leute. Nach dem leckeren costaricanischem Essen gab es "chocolate fish" (Schokoladenfische) aufgehängt an einer Schnur zum Nachtisch zum ohne Hände essen für die Kinder. Links ein Bild wie ein Kind dies versucht. Neben Sackhüpfen war das anschließende Tanzen bei Jung und Alt sehr beliebt. Fiorella hat zu passender Musik Salsa und Merengue Tanzschritte vorgetanzt und alle anderen sind dann mit eingestiegen.

Das zweiwöchige Ferienprogramm hat am Montag, den 28.09. begonnen. Wir hatten jeden Tag knapp an die 50 Kinder, aber gottseidank auch mindestens sechs Mitarbeiter. Montags bis Freitags haben wir die energiegeladenen Grundschulkinder von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr beschäftigt. Das Wetter war nicht immer frühlingshaft warm und so haben wir uns in Decken eingekuschelt. Siehe Foto links. Man beachte den Zettel auf dem "chair" in spanisch und deutsch übersetzt wurde, damit die Kinder ein paar Wörter von Fiorellas und meiner Muttersprache lernen. Wir haben einige Ausflüge gemacht. Zweimal sind wir im Schwimmbad gewesen. Das war ne Gaudi! Musste nur aufpassen dass mich die Kinder nicht ertränken. Bei schönem Wetter sind wir natürlich auch draußen gewesen. Ein Ausflug galt dem Skate-Park, der den Kinder viel Spaß gemacht hat. Auf Skateboards, Cityrollern oder mit Inline-Skates ging es Rampen rauf und runter. Stürze sind dabei natürlich vorprogrammiert. Mit den Pflastern aus unserem Erste Hilfe Koffer oder einem Lollie ist dann aber auch schon meist genügend geholfen. Die Hauptattraktion war eine lange steile Rampe zum Schwungholen um dann über eine Schanze in ein Schaumstoffbecken zu springen. Rechts im Bild ein wagemutiges Kind beim Sprung. Sehr beliebt war auch die Hüpfburg, die an einem Tag im Garten der Kirche aufgebaut war. Die Kinder haben den ganzen Nachmittag dort verbracht. Es war aber eher eine Rutsche als Hüpfburg. Vincent, ein anderer Mitarbeiter, kam auf die Idee die Kinder auf die Rutsche zu werfen. Auf den Fotos links und rechts sieht man zum einen anhand dem Anfang der langen Schlange wie beliebt das war und zum anderen wie hoch und weit die leichten Kinder geflogen sind.
An einem Morgen musste ich eine etwas ungewöhnlichere Arbeit machen. Das Kirchengebäude wurde vor ca. 50 Jahren von dem ursprünglichen Küstennahen Ort wegen Überschwemmungen zum jetzigen Ort "umgezogen". Deswegen und aufgrund der viele Erdbeben sitzt die Kirche nicht direkt auf dem Erdboden, sondern auf Stützpfosten ungefähr 30cm über dem Boden. (Wegen den Erdbeben und den größtenteils Art Fertighäusern hat hier eigentlich kein Haus einen Keller.) In diesem engem dreckigem Zwischenraum musste ich rumkriechen um ein Stromkabel zu verlegen, da ich als Jungspund dort noch relativ gut reinpasse. (Zugenommen habe ich noch nicht.) Etwas Angst einflößend war das schon unter dem riesen Gebäude. Links in dem Bild bin ich im dem weißen Overall, der nachher gut dreckig war, auf dem Weg durch das Loch in den Untergrund zu sehen.
In dem Ferienprogramm haben wir an einem Tag auch einen Tagesausflug auf einen Bauernhof gemacht. Die Kinder haben vor allem die Baby-Lämmer und ein Gänsekücken geliebt, wie auf den Bildern rechts und links zu sehen ist. Sonstige Highlights waren wie ein Junge den Elektrozaun der Gehege für ca. fünf Minuten angefasst hat und anscheinend den Stromschlag ganz toll fand. Auf einmal gab es aber einen riesen Schlag und der schreckliche Schmerz war gar nicht mehr lustig. In einem Tal gab es einen sehr schlammigen Tümpel, den die Kinder natürlich genossen haben. Anschließend waren alle Kinder mit Schlamm eingedeckt. Auf dem Heimweg waren nach diesem ereignisreichen Tag natürlich jeder müde. Da die Bussitze nicht die bequemsten zum schlafen sind, haben sich die Kinder einfach auf den Boden unter den Sitzbänken gelegt. Von dem Bauernhof hatte man auch eine gute Aussicht auf Napier. Den Teil auf dem Hügel kann man auf dem Foto rechts sehen.

Meine Gasteltern waren die Schulferien über in Australien im Urlaub, da Kirsty als Lehrerin Urlaub hatte. Wir drei Kinder waren daher alleine zu Hause, was aber gut geklappt hat. Beim Kochen haben wir uns abgewechselt und das Haus haben wir relativ sauber gehalten.