Sonntag, 13. Dezember 2009

Vorweihnachtszeit II

Es ist viel passiert.  Nun ist schon Anfang Dezember, aber von Weihnachtsstimmung kann man nicht sprechen. Einfach viel zu warm dazu. 2009-11-28 Kaweka J Hike 006 (600x800)An einem Sonntag habe ich entschieden mal alleine Wandern zu gehen. Also fuhr ich mit meinem Auto Richtung Westen zu den Kaweka Ranges (Bergkette). In diesem menschenleeren Gebiet gibt es natürlich im Kiwi-Land wilde Kiwis, für die mit Schildern um besondere Vorsicht gebeten wird. Ich hatte zwar eine Straßenkarte, aber trotzdem bin ich an einer Kreuzung fünf Minuten gestanden, da die Karte schier nicht mit dem Straßenschild zusammen gepasst hat. Schließlich kam ein Einheimischer vorbei und erzählte mir, dass das Wegweiserschild komplett verdreht sei und zeigte mir den richtigen Weg. Nach insgesamt eineinhalb Stunden Autofahrt auf größtenteils Schotterstraßen durch die Wildernis bin ich am Fuß des Berges angekommen und los gings. Ich hab nur einen anderen Wanderer getroffen, 2009-11-28 Kaweka J Hike 035 (800x600)der mich vor dem starken Wind am Gipfel gewarnt hat. Und es hat gestürmt. Ich musste mich teilweise hinknien und festhalten um nicht weggeweht zu werden. Von Gipfel des Kaweka J Trig hatte ich eine schöne Aussicht bin nach Napier. Ruck zuck gings wieder zurück zum Auto. Kirsty war beruhigt als ich wieder zu Hause war, da sich die Heimfahrt ziemlich gezogen hat.

 

 

P1010451 (600x800)Über ein Wochenende habe ich drei andere ICYE Freiwillige in ihrem Projekt dem Lake Taupo Christian Camp besucht. Am Samstag sind wir am Nachmittag an den “Hot Water” Beach vom Lake Taupo gefahren. Wenn man nur ein bisschen gegraben hat, war der Sand so heiß, dass man sich verbrannte. Am Abend haben wir noch in den heißen Quellen relaxed, die freizugänglich hinter Taupo liegen. Früh morgens am nächsten Tag fuhren wir in den Tongariro Nationalpark um eine Tageswanderung zu machen: Das Tongariro Alpine Crossing ist eine der zehn besten Tageswanderungen weltweit. 19,4 km ist die reine Wegstrecke ohne die möglichen Abstecher. P1010662 (640x480) Zu dritt haben wir uns voll bepackt auf den Weg gemacht. Die Landschaft war echt atemberaubend. Wir haben uns wie auf Frodos Spuren gefühlt, v.a. da wir direkt an Mt. Ngauruhoe, Mt. Doom oder auch Schicksalsberg in Herr der Ringe, vorbei gewandert sind. Ohne Special-Effekts sieht er natürlich etwas anders aus, aberP1010681 (800x600) trotzdem noch deutlich zu erkennen.

 

Das Wetter war anfangs noch ganz in Ordnung, aber sobald wir uns das steile Stück hochgequält haben, sind wir in dichte Wolken/Nebel gekommen.P1010711 (800x600)

 

 

 

Es war eine besondere Atmosphäre im dichten Nebel durch den großer Krater durchzuwandern. Den dreistündigen Abstecher auf Mt. Ngauruhoe haben wir uns wegen dem schlechten Wetter gespart, den Aussicht hätten wir keine gehabt. Da wir jedoch sehr gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns für einen einstündigen Abstecher auf den Mt. Tongariro, nach dem der Nationalpark seinen Namen hat. Durch Nebel sind wir auf den Gipfel geirrt, wobei wir einige Mal von Weg abgekommen unP1010727 (800x600)d sogar in einem Schneefeld gelandet sind. Weiter gings an den blauen Kraterseen vorbei und nun eigentlich nur noch bergab.P1010595 (800x600) 

 

 

 

 

 

Diese Wanderung war im krassen Gegensatz zu meiner menschenleeren Besteigung des Kaweka J Trig. Kontinuierlich sind Wanderer entgegen gekommen und man ist ständig mit Massen zusammen gelaufen. Deutsche waren natürlich zahlreich vertreten und wir haben zwei dt. Mädls Tamara und Romy kennengelernt, mit denen wir zusammen das letzte Stück gewandert sind. Nach insgesamt sieben Stunden wandern sind wir erschöpft am Parkplatz angekommen.

Wir hatten die geniale Idee mit den km-Schildern eine Bilderfolge zu machen: (einige paar wenige haben wir verpasst…)

 P1010665 (480x640) P1010666 (480x640) P1010674 (480x640) P1010682 (640x480)  P1010689 (640x480) P1010691 (640x480) P1010703 (480x640) P1010713 (640x480) P1010741 (640x480) P1010751 (640x480) P1010752 (640x480) P1010760 (640x480) P1010761 (640x480) P1010762 (640x480) P1010766 (640x480) P1010767 (640x480)

 

Montag Vormittag bin ich wieder nach Napier zurückgefahren, da ich wie immer um 2.30 Uhr bei Kfc sein musste. Peter ist noch im Urlaub, aber es läuft auch super ohne ihn. Sein Hund hört mittlerweile auf mich und läuft mir nicht mehr davon. P1000972 (800x600)Die ersten zwei Mal ist sie beim Gassi gehen einfach nach Hause gelaufen. Tamara und Romy haben mich im Laufe der Woche für zwei Tage in Napier besucht. (Rechts ein Bild von uns drei auf dem Napier Hill Lookout)

Weihnachten naht immer mehr. Meine Stimmung dafür nicht. Um Spenden zu sammeln zieht die Napier Memorial Tech Band vor Weihnachten um die Häuser und spielt Weihnachtslieder. Um mobil zu sein, spielen wir von der  Ladefläche eines rumfahrenden Trucks.P1190411 (800x600)

Links ist das Mainly Music Team im Weihnachtsoutfit zu sehen. Es war etwas traurig die süßen Kinder ein letztes Mal zu sehen.

Der 15. Dezember wird mein letzter Arbeitstag in Napier sein. Daher bin ich fleißig am packen und planen für meine sechs Wochen Urlaub.

Freitag, 13. November 2009

Vorweihnachtszeit I

Tut mir leid, dass ich mich erst nach einer halben Ewigkeit wieder melde. Nun habe ich natürlich einiges zu erzählen, werde aber versuchen mich kurz zu halten.

Ich setzte einfach den letzte Eintrag fort: Der Philipp, der bei mir zu Besuch war, ist an dem Wochenende mit dem Bus wieder nach Auckland gefahren um arbeiten anzufangen.
In der Arbeit gibt es nicht viel neues. Die Kinder sind immer noch größtenteils artig, v.a. die Mädchen sehr anhänglich und allgemein voller Energie. Mit dem immer wärmer werdenden Wetter sind wir fast immer draußen und spielen Rugby, Fangen ums Klettergerüst oder hämmern uns eigene Holzgewehre zusammen und spielen damit. Bei Regen basteln wir verschiedenste Kunstwerke oder kuscheln uns in die Sessel um einen Film zu sehen.
Das alte Kirchengebäude muss natürlich auch mal renoviert werden. Also schlüpfe ich in den Overall, den ich schon mal beim Kabelverlegen an hatte (s. älterer Post), und krieche wieder unter die Kirche um Isolierung unter dem Fußboden anzubringen, damit die Kinderfüßchen im nächsten Winter nicht frieren müssen. Da es dort unten ziemlich dreckig und staubig ist habe ich, wie in dem Bild rechts zu sehen ist, auch einen Atemschutz, Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und Gehörschutz auf. Die Isolierung muss auch noch passend mit einer lauten Stichsäge zugesägt werden, wobei ich jedes Stück extra ausmessen muss, weil die Balken nicht annähernd gerade verlegt sind.

Am Donnerstag, den 5.11., wurde hier in Neuseeland "Guys Fawke's Night" gefeiert. Info dazu bei Wikipedia. Fiorella und ich sind am Abend an die Marine Parade, Napiers Strandpromenade gefahren. Den ganzen Strand entlang haben viele Leute Lagerfeuer entfacht und Feuerwerke angezündet. Da war richtig mal was los hier. Dort entlang zu spazieren war recht schön.

Am Samstag Abend gab es bei der nahe gelegenen Rennstrecke noch einen größeren Event. Mit Stefan habe ich mich das Stock-Car-Rennen angesehen. Neben recht spektakulären Zusammenstößen sind ordentlich die Erdklumpen geflogen. Wir sind strategisch ungünstig in der Kurve gesessen und wurden regelrecht von dem harten Dreck beschossen. Später ist noch die Fiorella zu uns gestoßen.



Als es schließlich dunkel war, gab es ein bezauberndes Feuerwerk. Sehr eindrucksvoll.

Die Weihnachtszeit holt mich nun langsam ein, da wir in der Concert Band angefangen haben Weihnachtslieder zu spielen. Mitte November bei Sommertemperaturen gibt es bei mir aber noch keine Weihnachtsstimmung.

Kommendes Wochenende war ein Kurzurlaub nach Gisborne geplant. Da ich noch nie nördlich der Küste gefolgt bin, habe ich mir das in den Kopf gesetzt. Geplant, getan. Stefan hat sich mir sofort angeschlossen. Somit kann er noch etwas Tourist in seinem eigenem Land spielen, bevor er nach Deutschland auswandert. Samstagmorgen ging es mit meinem Auto los. Für drei Stunden sind wir an der Küste entlang gefahren um schließlich in Gisborne anzukommen. (Fotos unten sind von einem Zwischenstop.)












Nachdem wir in einem Campingplatz eingecheckt hatten und das Zelt aufgebaut war, ging es per Fuß auf Stadterkundungstour. Wie in jeder Stadt, die ich mir bis jetzt in Neuseeland angesehen habe, gab es einen Aussichtshügel, auf den wir natürlich auch gewandert sind.
Wunderschöne Sicht über Gisborne und den vielen Buchten mit Stränden. Beim Heraufwandern haben wir zwei Kiwis getroffen, die natürlich wie alle Neuseelandländer sehr gesprächig und offen waren. Gutes Gespräch über Deutsche, Holländer und alles mögliche. Wobei sie einiges vielleicht nicht gesagt hätten, wenn sie vorher gewusst hätten, dass ich Deutscher bin und Stef einen holländischen Vater hat. War ganz witzig.
Am Fuße des Hügels steht ein Denkmal für Captain Cook, der genau in dieser Bucht des erste Mal Fuß auf Neuseeland gesetzt hat. Rechts ein Foto mit Stefan und mir davon. Dann ging es bei einem Städtebummel quer durch die Innenstadt, bei dem wir festgestellt haben, dass wir Riesen sind (siehe links). Außerdem haben wir einen Fluss auf einer Eisenbahnbrücke ohne Geländer überquert, was aber als normaler Gehweg genutzt wird. Nachdem wir uns nach einem langen Fußmarsch zurück zum Campingplatz Abendessen gekocht haben, ging es wieder zurück nach Gisborne. Die "All Whites" (Neuseeländisches Fußballnationalteam) spielen das letzte Qualifikationsspiel bei dem es um den Einzug in der WM geht, den sie seit Jahrzehnten verpasst haben. Einfacher gedacht als getan. Viele Pubs haben das Spiel nicht übertragen und der eine, in dem es laut Anwohnern übertragen wird, war geschlossen. Pünktlich zum Anpfiff haben wir dann noch eine Bar gefunden. Prost! (irisches Bier, neuseeländisches Bier ist nicht so dunkel)
Mit lautem Jubel haben wir dann auch gewonnen. Damit ist Neuseeland seit Ewigkeiten bei der WM dabei und ist als Gegner sehr begehrt, da die anderen Teams sich (zu Recht...) sehr gute Chancen ausrechnen.
Am Sonntag ging es wieder etwas südlich und dann aber westlich ins Landesinnere. Über schmale und kurvige Schotterstraßen fuhren wir in den Te Urewera National Park. Davon gibt es leider keine Fotos weil meine Camera nur unscharfe Fotos gemacht hat. Ärgerlich. Dieser sehr ruhige unberührte Ort hatte einen rauen See mit viel Wald drumherum. Nachdem wir im leeren Campingplatz unser Zelt aufgebaut hatten (diesmal fast in Rekordzeit), wollten wir eine Wanderungen in die Wildnis machen. Ein 6stündige Rundtour war eine unter den vielen möglichen Tracks. Nach viereinhalb Stunden durch dichten Wald, der sich aber ständig verändert hat, sind wir schon wieder am Ausganspunkt angekommen. Wir beide hatten ein gute Zeit und auch eine andere Person getroffen: eine Jäger, der seine Pfade erneuert hat. Im Sommer ist er hier in Neuseeland und wenn es Winter wird, also so im Mai, wandert er für ein paar Monate nach Kanada aus um dort zu jagen und zu fischen. Das macht für ihn viele Jahre mit ausschließlich Sommer. So lässt sich es leben. Stefan und ich sind totmüde wieder im Campingplatz angekommen. Es gab dort eine Küche, aber keine Töpfe. Wir hatten natürlich keinen mitgenommen. Aber die freundliche Besitzerin hat uns einen Topf mit der Bedingung ausgeliehen, dass wir ihn geputzt und poliert wieder zurück bringen. Somit gab es für uns doch ein warmes Abendessen. Danach sind wir gleich im Zelt um 7 abends eingeschlafen. (Die Tage vorher sind wir ja auch viel auf den Beinen gewesen und haben nicht zu lange geschlafen.) Die obligatorische Tasse Tee gab es um 21Uhr, als wir wieder aufgewacht sind. Da die Küche eben nicht ausgestattet war und wir nur Teller, Schüsseln und Besteck dabei hatte, tranken wir unseren Tee aus Müslischälchen. Da werden die Hände wenigstens auch schön warm. Es hatte mittlerweile angefangen zu nieseln (Der Tag bis dahin war sonnig) und wurde kalt. Es ging also gleich wieder in den warmen Schlafsack. Als ich um 4 aufgewacht bin und raus musste, habe ich mich widerwillig raus in die Kälte gequält. Aber der Sternenhimmel hat alles belohnt und war einfach großartig. Wolkenlos und stockdüster in der Wildnis war es überwältigend. Mit der aufgehenden Sonne um 6 Uhr sind wir beide aufgewacht und waren auch ausgeschlafen. Nach dem Frühstück wurde zusammen gepackt und es ging zurück nach Napier, da wir beide nachmittags arbeiten mussten.


In der Woche kam mich der David besuchen, der als Work and Travel umher reist, wobei die Arbeitserfahrung bis jetzt noch völlig fehlt. Mit einem Deutschen und Franzosen, die er in Auckland kennen gelernt hat, ist er nach Napier gekommen. Er hat sich meine Arbeit angesehen und ist selbstständig auf Erkundungstour in Napier gegangen.Dann ist er weiter nach Hasting gezogen um dort nach einem Job zu suchen. Ergebnislos kam er nach zwei Tagen zurück. Die Jugendgruppe Massive und internationale Schüler vom EIT haben einen Tagesausflug zum Cape Kidnappers gemacht, bei dem ich dabei war und der David sich angeschlossen hat. Das Bild rechts zeigt den Blick vom Parkplatz auf Napier Hill. Von den abgestellten Autos ging es zu Fuß am Strand entlang zum Kap. Der ganze Walk ist am Strand und zwar so, dass man Flut und Ebbe mit einberechnen muss. Es sei denn man will schwimmen, aber das war jetzt nicht ganz unser Plan. Viele von uns (wir waren 30 in unserer Gruppe) mussten dann ihre Schuhe aufgeben, da die Gezeiten sich nicht ganz an den Zeitplan halten wollten. Doch ein paar tapfere Veteranen der pädagogischen Käseglocke (David und ich) konnten dies durch ein paar Kletterpartien vermeiden.













                Blick zurück                                                                                    bis an die Spitze müssen wir

Den letzten Hügel muss man dann rauf laufen um zur Vögel (Gannets) Kolonie zu kommen:














Das Schild gilt für Mensch und Vögel: Die brüten echt bis direkt an die Absprerrung und kümmern sich überhaupt nicht um die interessierten Touristen. Dort oben kann man also die vielen Vögel zusammen mit den anderen Leuten beobachten oder man geniest die Aussicht:










Oder man spielt mit der Burstfunktion:







Und nach diesem erfüllten Tag kommt dann aber auch der Rückweg. Leider war die Sonne dann schon ein bisschen weg. Und nachdem ich die ganze Zeit meine Schuhe anbehalten konnte, wollte ich dann doch noch ein bisschen durch das kühle Nass des Pazifiks waten. Die Füße haben nach 6 Stunden etwas weh getan und für ein verdientes BBQ ging es zum Haus vom Pfarrer.
Peter, der Boss von Kfc, ist für 3 Wochen in Urlaub auf die Südinsel gefahren und ich passe in der Zeit auf das Haus auf und füttere Hund und Katz. David hat die nächsten zwei Nächte mit mir dort gepennt und ist dann nach Wellington aufgebrochen.
Der Eintrag ist nun lang genug und es ist auch spät genug. Das nächste Update kommt bald!

Montag, 26. Oktober 2009

Tauranga + Auckland & Labour-Weekend

Der Nationalsport der Kiwis ist Rugby. Die "All Blacks" sind das neuseeländische Länderteam, welches ich schon bei einigen Spielen im Fernsehen gesehen habe. Alle Kiwis sind große Fans. Bei einem Sieg sind alle glücklich, nur bei einer Niederlage trauert die ganze Nation. Natürlich muss man sowas auch mal live sehen, also hat mich Peter am vorletzten Donnerstag zu einem Spiel in Napier mitgenommen. Das Team der Hawke's Bay, die Magpies, hat gegen Canterbury gespielt.

Am Freitag, den 16.10. sind Fiorella, Ines (eine Freiwillige von ICYE aus Bolivien, die in der Nähe von Wellington arbeitet) und ich in ca. viereinhalb Stunden nach Tauranga gefahren. In dieser nördlich von Napier gelegenen Stadt, in der wir schon unser Vorbereitungsseminar hatten, haben wir andere Freiwillige besucht. Zwei Deutsche arbeiten dort in der Sportabteilung einer Knabenschule. In deren Haus haben wir uns für drei Nächte eingenistet. Wir hatten eine super Zeit zusammen. In deren Garten, der auch ein Sportfeld der Schule ist, haben wir Golf gespielt, was eigentlich verboten ist. (Am Montag, als wir schon wieder weg waren, ist der Direktor der Schule vorbeigekommen und hat sie beim golfen erwischt. Aber er hat einfach seinen Golfbag aus dem Auto geholt, den man ja immer dabei hat, und mitgespielt :D) Um rechtzeitig zum Ausbruch eines Geysers dort zu sein, sind wir am Samstag relativ früh aufgestanden. Natürlich sind wir dann später weggekommen als geplant. Unerwartet, aber mit großer Freude sind wir dennoch pünktlich nach knapp zweistündiger Fahrt im "Wai-o-tapu Wonderland" südlich von Rotorua angekommen. Genau um 10.15 Uhr erwacht der Geyser "Lady Knox" aufgrund von Hinzugabe von Waschmittel zum Leben. Danach haben Fiorella, Ines und ich noch die zweistündige Wanderung durch die "Heiligen Gewässer" gemacht. Zu erwähnen ist neben der Schönheit dieses Gebietes auch der fürchterliche Gestank, der im gesamten Umland von Rotorua und sogar in der Stadt, den empfindlichen Geruchssinn plagt. Die (geruchlosen) Fotos sind unten aufgereiht.









Lady Knox Geyser beim Ausbruch































Rechts der sog. Champagne Pool, der beständig perlt und blubbert.



































Rechts der Teufels Tümpel mit seiner einladenden natürlichen Farbe
































Am Abend nach dem Ausflug sind wir gemeinsam mit ungefähr noch 10 weiteren Leuten, meist andere ICYE-Freiwillige aus der Umgebung, Party machen gegangen. Ein Krankenhausbesuch (als Besucher) stand auf dem Plan für den Sonntag. Andi, ein deutscher Zivi, hatte in seinem Projekt einen Unfall. Mit dem überladenen Arbeitsjeep sind sie zu zweit zu schnell einen Berg runtergefahren. Bei dem Überschlag ist dem anderen nichts passiert, aber Andis Fuß wurde zur Hälfte abgetrennt. Nun ist er seit ungefähr einem Monat im Krankenhaus. Als wir ihn besucht haben ging es ihm recht gut und er wird das Krankenhaus in den nächsten Tagen verlassen. Zum Abendessen gab es recht vornehmes und somit leckeres asiatisches All-you-can-eat zum günstigen Preis von zehn Euro.
Da ich in dem Ferienprogramm immer so lange gearbeitet habe (sozusagen Überstunden gesammelt), durfte ich mir ein paar Tage frei nehmen. Fiorella und Ines nahmen am Montag dem Bus nach Hause. Ich fuhr jedoch mit meinem Auto weiter nördlich nach Auckland. Zufällig ist der Philipp (Koch) an jenem Montag für sein Jahr Work&Travel am Auckland Airport angekommen. Deswegen hatten wir ausgemacht uns dort zu treffen, da zudem Auckland nur zwei Stunden von Tauranga entfernt liegt. Also um halb fünf Uhr aufgestanden um den Philipp nicht all zu lange am Flughafen warten zu lassen. Bei wunderschönen Sonnenaufgang fuhr ich entspannt die leeren flachen Straßen entlang und dann kam ich aber wegen des fürchterlichen Stadtverkehrs gestresst am internationalen Flughafen an. Wenigsten konnte ich direkt neben den Behindertenparkplätzen nahe dem Eingang parken, weil diese Parkplätze für umweltfreundliche Autos reserviert sind. Mit einem Hubraum von 1300 Litern fällt mein Auto noch in diese Kategorie. Nach einem unglaublichen Wiedersehen mit Philipp sind wir in die Innenstadt von Auckland zu unserer Jugendherberge gefahren. Chuck, ein Mitbewohner aus unserem 4er-Zimmer hat uns freundlicherweise in Auckland herumgeführt und uns Insidertipps gegeben. Dieser Maori war ein sehr netter Kerl. So sind wir zum Beispiel am Dienstag Abend in eine Bar gegangen, in der es in der Happy Hour für Backpacker Freibier gab. Außerdem bestiegen wir nach einigem Umherirren Mt. Enden, einen Aussichtshügel. Wir schlenderten durch Auchkland Domain, einem großen Park mitten in Auckland, mit Abschnitten von tiefstem Wald. Angrenzend ist dort das Museum, in das wir auch gegangen sind. Highlight einer Auckland Besichtigungstour ist der 328m hohe Skytower. Er ist der höchste Turm der südlichen Hemisphäre und Nummer zwölf weltweit. Von der Aussichtsplattform hat man einen hervorragenden Blick.
Wieder nach Hause nach Napier ging es am Mittwoch, da ich nachmittags wieder arbeiten musste. Der Philipp hat mich begleitet, wobei seine Mithilfe erwünscht und hilfreich war. Am Donnerstag wurde noch gearbeitet, aber am Freitag hatten wir schon wieder frei, da ein regionaler Feiertag war. Somit fuhren wir beide und Fiorella auf eine Art Jahrmarkt in der Nachbarstadt Hastings. Zusammen mit Philipp probierten wir eine Fahrattraktion aus. Das angsterregenste war dabei, dass das gesamte Gestell auseinander zufallen schien.
Um das sonnige Wetter am Samstag zu nutzen sind wir an einen sandigen Strand in Napier gefahren. Zum Baden ist das Wasser noch zu kalt, aber Sonne tanken und einfach relaxen geht gut. Wobei man aufpassen muss, dass bei der starken brennenden Sonne wegen dem Ozonloch keinen Sonnenbrand bekommt. Abends ging es in den einzigen Nachtclub in Napier um in Fiorellas 19. Geburtstag reinzufeiern.
Während dem Gottesdienst am Sonntag spielte ich nun schon zum zweiten Mal Trompete. Zusammen mit der Orgel spielten wir die Kirchenlieder, zu denen die Kirchenbesucher singen. Orgel und Trompete klingen einfach gut zusammen und die klare Trompetenstimme hilft beim Singen. Ich wurde daher gefragt öfters bei den Gottesdiensten zu spielen.
Am Montag war Tag der Arbeit (Labour Day), also Feiertag in ganz Neuseeland. Deswegen wird das ganze Wochenende auch "Labour Weekend" genannt.

Unten folgen die Fotos aus Auckland.

Skyline von Auckland vom Mt. Eden




Auckland bei Nacht:
Links der Blick vom Skytower, rechts der Blick auf den Skytower.























Lake Taupo (Zwischenstation auf dem Weg zurück nach Napier)



Fun times =)



Napier Hill