Kia Ora!
Nun bin ich schon einige Zeit in meinem zweitem Projekt: Living Springs (http://www.livingsprings.co.nz), einem Erlebnis-Camp. Es ist 30 Minuten hinter einer Hügelkette südlich von Christchurch in Canterbury (Ostküste der Südinsel) gelegen. Das nächste Örtchen ist Governors Bay in der nächsten Bucht. 20 Minuten weiter kommt der Ort Lyttelton, der als Hafen für Christchurch dient.
Das riesen Gelände von Living Springs umfasst eine Farm/Bauernhof am Meer, geht über Schafweiden und dichte Wälder den Hügel hoch zum Main Camp auf 300m Höhe. Dort gibt es die Lodge (unser Haus), das Hauptgebäude mit Küche, Auditorium, Essenssäle, Office und Schlafzimmer und Bunkhäuser (Schlafsäle im Jugendherbergen-Style) und eine großer Wiese. Daneben gibt es noch einige Häuser, in denen die Mitarbeiter wohnen und ein weiterer Komplex mit Motelzimmern. Nicht zu vergessen die unzähligen Zeltplätze. Mit Wanderwegen und Mountainbike-Tracks bestückt verläuft des Gelände weiter den Hügel hinauf bis zum 300m hohen Gipfel. Auf dem Bild oben ist die Aussicht von dort zu sehen.
Verschiedenste Gruppen kommen für von einem Tag bis zu einer Woche in unser Camp. Größtenteils sind dies Schulgruppen, aber auch Firmengruppen sind unsere Gäste. Als Aktivitäten haben wir ein großes Angebot: Schwimmbad, Go-Karts, Flying Fox & Kiwi, Niedrigseilparcours, Kajaken (rechtes Bild), Kanus, (Fels+Baum-)Klettern, Bogenschießen, Luftgewehre, Bauernhof Shows, Mini-Golf, Tennis- und Basketballplätze, Art Rodelbahn (linkes Bild) und eine große Spielwiese (und die Dinge, die ich vergessen habe).
Living Springs hat seinen Namen von der zahlreichen Quellen auf dem Gelände, die uns mit frischem Trinkwasser versorgen.
Die Angestellten hier sind alle richtig freundlich und haben einen großartigen Humor. Einige davon liste ich mal auf: Denis ist schon seit Ewigkeiten hier und der Manager von dem ganzen Camp. John ist der gute Koch und unser Boss. Er ist sehr hilfsbereit und mit Heineken Bier bestechlich :D Aber voll cool drauf und lässt sich durch kein Problem aus der Bahn bringen. Andrew ist fürs Putzen und Logistik zuständig. George, ein älterer Herr, der noch voll fit ist und hart arbeitet, kümmert sich um den Bauernhof und die Außenanlagen. Zane arbeitet mit George zusammen (ist eigentlich sein Boss) und wird oft – zu Recht- Pferdeflüsterer genannt. Er hat ungefähr 15 Pferde und auch schon wilde Pferde gefangen und eingeritten. Mich hat er auch mal zu einem Ausritt mitgenommen. Grant und Dave sind die zwei Outdoor Activity Guides, die das Erlebnisprogramm schmeißen. Darüber hinaus gibt es noch weiter Küchenhelfer und Büroangestellte. Zu guter letzt wohnt Stefan mit uns drei Freiwilligen in der Lodge (Haus auf dem Bild unten) und sein Aufgabenbereich umfasst die Reparatur von allem was im Camp kaputt geht. Ja, drei ICYE Freiwillige sind wie hier: Simon aus Köln (Klick hier für seinen Blog), Josh aus Berlin und ich. Wir haben uns es schön in der Lodge
gemütlich gemacht und kommen richtig gut miteinander zurecht. Mit John, Grant und Stefan haben wir schon mehrmals Feierabendbierchen genossen.
Arbeiten tun wir natürlich auch meist Montag bis Freitag um die 30 Stunden pro Woche. Es herrscht eine kiwigerechte entspannte Arbeitsatmosphäre, von der man in Deutschland nur träumen kann. Abwechselnd helfen wir Andrew beim Putzen und Herrichten der Unterkünfte oder George bei Instandhaltungsarbeiten an den Außenanlagen. Putzen klingt viel schlimmer als es wirklich ist. Wenn man George hilft, arbeitet man immer draußen an der frischen Luft. Meistens war das Wetter schön sonnig, aber wir hatten auch schon bedeckte und kühlere Tage mit Nieselregen. Wir mähen zum Beispiel den Rasen, fällen Bäume und Büsche, reinigen den Mini-Golfplatz mit einem Laubbläser und versorgen uns mit Feuerholz.
Mehr und mehr Arbeiten mit den Gruppen kommen im Laufe der Zeit hinzu. Go-Karts haben wir schon geleitet, genauso wie wir bei der Bauernhof Show geholfen haben, die den Stadtkindern zeigt wie Kühe gemolken, Schafe geschoren und Schweine gefüttert werden und die als krönenden Abschluss auch auf einem Pferd reiten dürfen.
Grant wollte mit uns drei Freiwilligen letzten Samstag eine Kajak-Tour im Meer machen. Wegen einem aufkommenden Sturm, der andere Kajaker im Wasser gut umher geschleudert hat, haben wir uns für Klettern entschieden. Als mehrfacher Gewinner zahlreicher Medaillen, hat Grant ruck zuck auf einem Felsen im Gelände von Living Springs ein Seil für uns gelegt. Das Klettern unter blauen Himmel mit atemberaubender Aussicht (Die Aussicht hatte ich noch gar nicht erwähnt?! Da Living Springs etwas höher gelegen ist, hat man einen traumhaften Überblick auf die benachbarten Buchten, viele Halbinseln und das offene Meer.) hat richtig Spaß gemacht, war aber auch herausfordernd anspruchsvoll.
Christchurch, mit 350.000 Einwohnern die zweit größte Stadt Neuseelands, ist von Living Springs entweder über einen Pass (links bin ich auf einem Arbeits-Van am Pass mit den Canterbury Plains im Hintergrund) oder per Tunnel mit dem Auto zu erreichen. Die recht britisch geprägte Stadt ist sehr lebendig und kann zum Beispiel am Wochenende viele Märkte und Livemusik bieten. Mit anderen ICYE Freiwilligen, die im Kinderheim in Governors Bay arbeiten, waren wir schon gut am Samstag Abend bis in den frühen Morgen in Christchurch Party machen.
Als Abschluss dieses Eintrages noch ein paar Bilder unserer täglich bezaubernden Aussicht bei verschiedensten Tageszeiten und damit Licht: