Dienstag, 15. September 2009

Work

Meine Projektstelle (von August bis Dezember) ist die St. Columba's Presbyterian Church in Taradale, einem weiteren Vorort von Napier. Mit dem Fahrrad, das ich von dem Pfarrer bekommen habe, brauche ich ca. zehn Minuten von zu Hause zur Kirche. Brett Walker ist der Pfarrer der Kirche. Ein ganz gelassener, offener und freundlicher Mann. Ich arbeite zusammen mit einer anderen Freiwilligen aus Costa Rica. Fiorella (18 Jahre) und ich sind links im Bild zu sehen, welches an unserem ersten Sonntag in der Kirche aufgenommen wurde. So ziemlich den ganzen Tag arbeite ich mit ihr, da wir die selben Aufgaben haben. Ich komme aber richtig gut mit ihr klar. Ihr Englisch ist nicht das Beste, wird aber immer besser. Die Kommunikation ist daher manchmal etwas schwierig aber nie unmöglich. Mittlerweile sind wir richtig gute Freunde geworden.





Mein Arbeitswochenplan:


Montag:
  • 14:30 - 17:30 Kfc (Kids Friendly Care)
  • 19:00 - 21:00 Youth Group nwt (Now We are Talking)
Dienstag:
  • 07:30 - 09:00 Kfc
  • 09:00 - 12:00 Church projects
  • 14:30 - 17:30 Kfc
Mittwoch:
  • 07:30 - 09:00 Kfc
  • 09:00 - 10:30 Mainly Music
  • 10:30 - 11:30 Alpha Course
  • 11:30 - 12:30 EIT
  • 14:30 - 17:30 Kfc
Donnerstag
  • 07:30 - 09:00 Kfc
  • 09:00 - 11:00 Mainly Music
  • 11:30 - 12:30 EIT
  • 14:30 - 17:30 Kfc
Freitag
  • 07:30 - 09:00 Kfc
  • 09:00 - 12:00 Community Service
  • 14:30 - 17:30 Kfc
  • 19:00 - 22:00 Youth Group Massive
Samstag
  • frei
Sonntag
  • 9:00 - 11:30 Gottesdienst

Nun zur Erläuterung:
Kfc (Kids friendly care) ist am besten mit einer Ganztagskinderbetreuung zu vergleichen. Und nicht mit der FastFood-Kette "Kentucky fried chicken" zu verwechseln :D Das Programm ist für Grundschulkinder (6 bis 10 jährige), deren Eltern ganztägig arbeiten, ausgelegt. In der Früh geben einige Eltern ihre Kinder in der Kirche ab. Wir frühstücken manchmal mit ihnen und beschäftigen sie meisten mit Spielen. Dann begleiten wir sie zur Schule, die um 09:00 beginnt. Wenn die Schule um 15:00 aus ist, holen wir (so um die 20) Kinder ab und gehen zur Kirche zurück. Dort gibt es dann "Afternoontea" (Nachmittagssnack). Wir kümmern uns um die Kinder bis sie von den Eltern abgeholt werden, d.h. wir helfen ihnen bei ihren Hausaufgaben, spielen mit ihnen oder passen einfach auf sie auf wenn sie sich selbst beschäftigen. Die Jungs spielen die meiste Zeit Rugby und ich muss natürlich immer mitspielen, was ich aber auch gerne mache. Damit habe ich die Regeln des neuseeländischen Nationalsports spielend gelernt. Peter leitet dieses Programm und ist jeden Tag mit dabei. Er ist ein sehr lustiger Kerl, der gut mit Kindern umgehen kann. Fiorella und ich unterstützen ihn jeden Tag. Wir verstehen uns richtig gut mit ihm. Daneben gibt es noch weitere Mitarbeiter, die abwechselnd mithelfen: drei Erwachsene (Lousie, Dawn und Wim) und zwei 18jährige Schülerinen (Erin und Vicky). Alles nette und lustige Leute. (FOTOS folgen noch)

Youth group nwt
"Now we are Talking" (nwt) ist eine Jugendgruppe für 16 bis ca. 20 jährige, die sich jeden Montag Abend trifft. Fiorella und ich sind eher Teilnehmer in dieser kleinen Runde, die durch uns auch profitiert. Diese Diskussionsgruppe befasst sich mit sozialen, ethnischen und christlichen Themen für die sich die Altersgruppe interessiert. Aufgelockert wird dies durch eine Tasse Tee oder Kaffee, Kekse, Filme (meist Auschnitte) und eine lockere Atmosphäre und Handhabung. Wim ist für diese Gruppe und allgemein für die Jugendarbeit zuständig.

Youth group Massive
Diese Jugendgruppe ist für 13 bis 16 jährige ausgelegt und findet jeden Freitag Abend statt. Mit zwischen 20 und 30 Teenagern pro Woche ist diese Gruppe sehr beliebt. Auf dem Programm stehen Ausflüge zu verschiedenen Einrichtungen (z.B. Tierheim, Krematorium) oder Konzerten und abwechslungsreiche Programme in der Kirche wie z.B. Spieleabende. Vor ein paar Wochen waren wir für ein Wochenende auf einem Skiausflug. In zwei Ferienhäusern haben wir von Freitag bis Sonntag gewohnt. Am Samstag waren wir den ganzen Tag auf einem noch aktiven Vulkan Skifahren. (Links ein Bild von der Aussicht vom höchsten Punkt mit einem schlafenden Vulkan in der Ferne.)
In der Jugendgruppe steht der Spaß natürlich im Vordergrund, aber christliche Werte werden trotzdem vermittelt.
Wim ist der Verantwortliche und wird durch Brian, Vinzent, Fiorella und mich unterstützt.



Mainly Music
Dies ist ein Programm für Vorschulkinder (1 bis 5 jährige) mit ihren Eltern, meist Müttern. Wie der Name schon sagt, geht es größtenteils um Musik. Eine halbe Stunde lang singen wir Kinderlieder mit CD- oder Klavierbegleitung. Dazu gibt es passende Bewegungen und teilweise Musikinstrumente wie Trommeln oder anderes Zubehör. Im Bild links sieht man die Kinder und Mütter mit gebastelten Regenbögen, die zu einem passenden Lied benützt werden. Neben dem Spaß, den die Kinder haben, sollen sie nebenbei auch spielend Körperteile, Bewegungen, Farben usw. lernen. Als Abschluss gibt es "morning tea", d.h. Tee oder Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen und Kekse und Wasser für die Kinder. Geleitet wird dieses Programm von zwei Frauen Margarete (Mittwoch) und Karen (Donnerstag). Fiorella und ich helfen beim Aufbau, der Durchführung (Singen und Tanzen) und Abbau. Zusätzlich helfen noch einige ältere Damen, v.a. als Klavierspieler und in der Küche für den morning tea.

EIT
Das Eastern Institute of Technology (EIT) entspricht einer Fachhochschule. Dort helfen Fiorella und ich zweimal pro Woche den zwei Kaplanen (Geistliche auf dem Campus) Chris und Steve mit meist Büroarbeit. Da die Arbeit der Kaplanen eng an die St. Columba's Church gebunden ist und Brett sich dafür engagiert, fällt diese Arbeit unter unseren Aufgabenbereich.

Church projects
Fiorella und ich erledigen in dieser Zeit verschiedene Aufgaben, die in der Kirche anfallen. Zur Zeit planen wir eine Kinderfeier unter dem Motto "Costa Rica", die nächsten Freitag am frühen Abend stattfinden wird. Wir organisieren die Aktivitäten, das Essen, die Werbung und alles was sonst dazu gehört.

Alpha Course
Dies ist ein Kurs auf DVD von einem britischen Pfarrer, der versucht den christlichen Glauben zu erklären und den Zuschauern näher zu bringen. Da Fiorella und ich in einem christlichen Projekt sind und mit christlichen Themen zu tun haben, ist es Brett (dem Pfarrer) wichtig, dass wir uns diesen lockeren Religionsunterricht in Ausschnitten jeden Mittwoch kurz gemeinsam anschauen und darüber diskutieren. Der Sprecher ist recht gut und bringt viele passende, reelle Geschichten zur Visualisierung.

Community service
Am Freitag Vormittag helfen Fiorella und ich jemandem aus der Kirchengemeinde. Zum Beispiel haben wir einmal ein Mann besucht, der sich das Bein gebrochen hat. Ich habe dann die Autobatterie von seinem Truck gewechselt und Fiorella sollte den Rasen mähen. Jedoch hatte sich der Sohn den mit Benzin betriebenen Rasenmäher ausgeliehen und dann mit leerem Tank zurückgebracht. Ein anderes Mal habe ich einem älterem Ehepaar beim Umgraben ihres Gemüsegartens geholfen. Anschließend habe ich ein leckeres Mittagessen bekommen und der Mann hat mir viele Fotos gezeigt und Geschichten über Napier erzählt. (Napier wurde 1931 durch ein Erdbeben und einem daraus resultierenden Feuer fast völlig zerstört und danach im Art Deco Stil neu erbaut. Auch die Landschaft hat sich drastisch verändert, da sich der Boden um zwei Meter gehoben hat. Dort wo ich gerade wohne, war vor 100 Jahren noch Meer.) Für unsere freiwillige Arbeit spenden die Leute dann Geld an die Kirche.

Gastfamilie

Als ich am Sonntag, den 9. August 2009 in Napier angekommen bin (um den vorherigen Post weiterzuführen), wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt.
Meine neuseeländische Familie besteht aus Kirsty (Mutter), Wayne (Vater), Glen (17jähriger Sohn), Sille (16jährige dt. Austauschschülerin) und zwei Katzen. Links im Bild sind von rechts nach links Glen, Sille, Kirsty und ich bei einer Wanderung zu dem Wasserfall im Hintergrund.
Daneben hat meine Gastmutter noch zwei Töchter (Erica und Lorna), die beide in Wellington leben und dort studieren.


Mit meiner Gastfamilie komme ich sehr gut zurecht. Meine Gastmutter kümmert und sorgt sich liebevoll um mich, vertraut mir voll und ganz, aber bemüttert
(im negativen Sinne gemeint) mich nicht und lässt mir sehr viel Freiraum. Da ich ihren Sarkasmus verstehe und im selben Stil erwidere, haben wir auch viel Spaß zusammen. Sie arbeitet als Lehrerin in der Nachbarstadt Hastings. Mit Wayne verstehe ich mich auch gut. Er arbeitet als Waldarbeiter und ist daher ab vier Uhr morgens aus dem Haus und kommt am Nachmittag wieder nach Hause. Glen ist in der 12. Klasse in einer High School hier in Napier. Oft zu sehen bekomme ich ihn nicht, da er ständig unterwegs und außer Haus ist. Sille kommt aus der Nähe von Köln und wird wie ich bis kurz nach Weihnachten hier bei der Familie wohnen. Sie geht auch in die 12. Klasse der selben High School wie Glen. Mit beiden komme ich sehr gut klar. Erica war während ihren Semesterferien für zwei Wochen hier zu Hause, wodurch ich sie kennen gelernt habe. Wir hatten viel Spaß zusammen. Demnächst werde ich sie in Wellington besuchen und die Gelegenheit nutzen um die Hauptstadt von NZ zu besichtigen. Lorna habe ich noch nicht kennengelernt.
Wir wohnen in einem Haus (FOTO folgt noch) in Tamatea, einem Vorort von Napier. Letzten August ist das alte Haus abgebrannt. Die Versicherung hat dann den Bau eines komplett neuen Hauses bezahlt. Die schwierige Zeit die meine Gastfamilie durchgemacht hat, wenn man einfach alles verliert, wurde daher wenigstens etwas mit einem nagelneuen Haus ausgeglichen.
Ich habe mein Zimmer in dem einzigen Teil, der nicht abgebrannt ist. Rechts neben der Garage (ganz links im Bild), die sich abgetrennt vom Haus im hinteren Teil des Gartens befindet, ist ein relativ großer Raum (mittig im Bild), der mein Zimmer ist. Die Ausstattung, mit der ich sehr zufrieden bin, besteht aus einem großen Bett, Schränken, einem Fernseher, einem Fenster und einer gläsernen Schiebetür.

Samstag, 15. August 2009

Aus- und Einreise

Am 21. Juli 2009 habe ich meine lange Reise nach Neuseeland begonnen. An dem Tag bin ich mit zwei anderen Freiwilligen aus München im Zug nach Frankfurt gefahren. In Neu-Anspach, einem Vorort von Frankfurt, hatten 40 Zivildienstleistende ein 10tägiges Vorbereitungsseminar.Viele nette Leute (v.a. die 19 Neuseeländerfahrer, die links im Bild sind) haben das Seminar zu einem angenehmen Abschluss in Deutschland gemacht. Wir hatten vormittags, nachmittags und abends immer eine thematische Einheit. Es ging unter anderem um Kultur, Identität, Vorurteile, Gesundheit, Tourismus, Welthandel und Kinderarbeit. Sehr viel gebracht haben mir auch die praktischen Tipps von Handy über Autokauf bis zu den neuseeländischen Benimmregeln, die uns von einer ehemaligen Neuseelandfahrerin gegeben wurden. Zwar gab es immer nur vegetarisches Essen, was oft auch etwas eigenartig geschmeckt hat, aber insgesamt ganz gut war. Die Abende sind in gemütlichen Runden mit einem Weißbier gut ausgeklungen. Am letzten Abend hatten wir als Abschluss eine Party mit Länderessen. Diese internationale Küche (Neuseeländisch, Taiwanisch, Südafrikanisch, Kolumbianisch) war sehr lecker und sogar mit Fleisch. Als kleine Showeinlage haben die Neuseelandfahrer den Kriegstanz der Maori (Ureinwohner von Neuseeland) vorgeführt. Dieses Ereignis wurde natürlich gefilmt:


Nach einer Nacht in einem Flughafenhotel (mit kostenlosen WLAN) ging die tatsächliche Reise wirklich los: Flüge mit an die 30 Stunden Reisezeit recht. Der Flug mit Thilo (einem anderen Freiwilligen) war aber recht angenehm. Unsere Fluggesellschaft Air New Zealand hatte echt einen super Service. Das Essen und Trinken was spitzenmäßig. Es gab neuseeländisches Essen, wie Lamm und dazu neuseeländisches Bier ;) Darüberhinaus hatte jeder einen eigen Bildschirm in Vordersitz integriert. Damit konnte man sich selbst nach eigenem Belieben mit über 70 Filmen, jede Menge TV-Serien, Musik und Mini-Games entertainen. Es wurde einem also nie langweilig. Mit taten nur irgendwann die Augen weh. Um dem Jetlag vorzubeugen, haben wir schon in London auf NZ Zeit umgestellt und sind nach der aufgeblieben. In London sind wir per Bus ins Flugzeug gelangt (und nicht per Gateway). Diese Möglichkeit haben Thilo und ich genutzt um ein Foto (siehe links) von uns beiden mit dem Flugzeug im Hintergrund zu machen. In Auckland (Ankunftsflughafen) ging es dann mit dem Busshuttle nach Tauranga, etwa 3 Stunden südöstlich von Auckland. Dort hatten wir unser Orientation Camp vom ICYE NZ aus.
Insgesamt waren wir 43 Freiwillige aus der ganzen Welt, wobei 22 Jungs aus Deutschland, also die Mehrheit, kamen. Sonst vertreten waren noch Schweiz, Österreich, Frankreich, Dänemark, Bolivien, Costa Rica, Südkorea, Japan und Taiwan. Rechts ein Gruppenfoto. In einem Park haben wir zusammen sieben Tage verbracht. Wir waren in kleinen 8er Kabinen untergebracht, die jeweils einzeln standen. Nicht wirklich isoliert und mit kleinem elektrischem Zustellheizkörper war es etwas kalt in der Nacht. Aber mit 2 Bettdecken gut auszuhalten. Tagsüber hatten wir Englischunterricht, der für die erfahrenen Englischsprecher (wie eigentlich alle aus Europa) recht langweilig war, da er auch für die weniger geübten Englischschüler aus dem asiatischem Raum ausgelegt war. Aber es gab auch spezielle Gruppenarbeiten, die anspruchsvoller waren. Mit den richtigen Leuten um einen herum war diese Art Schule (und ich dachte ich bin aus der Schule raus…) auch ein Spaß. Mit dem Bus haben wir auch ein paar Ausflüge gemacht um die Umgebung zu sehen. Zum Beispiel sind wir auf den am Rand der Stadt gelegenen Mt Maunganui gewandert. Rechts ein Foto mit dem Blick auf Tauranga. In unserer Freizeit sind wir auch am Beach gewesen und haben wunderschöne Fotos gemacht. Hier links ist eins davon: Ich bin derjenige der winkt, und neben mir stehen einfach noch ein paar andere aus dem Camp. Am Sonntag bin ich dann mit Fiorella (ICYE-Freiwillige aus Costa Rica, die mit in Tauranga war) mit dem öffentlichen Bus nach Napier gefahren. Dort nach sechsstündiger Fahrt angekommen, wurde ich von dem Pfarrer der Kirche und meiner Gastmutter abgeholt.

Damit bin ich am 09. August 2009 endlich komplett im wundervollen NZ angekommen.