Mittwoch, 23. September 2009

Wellington

Letztes Wochenende, am Samstag den 19.09.09, bin ich relativ spontan nach Wellington, die Hauptstadt NZ, gefahren. Freitag Abend habe ich noch die Jugendgruppe mitgeleitet. Wir haben Spiele gespielt, Bilder und Videos der vergangenen Ausflüge angeschaut und über Eigentum geredet. Danach habe ich gepackt um am Samstag früh losfahren zu können. Erica, meine Gastschwester in Wellington, hatte mir schon seit längerem angeboten, bei ihr zu wohnen und sie zu besuchen. Am Donnerstag haben wir beschlossen, dass dieses Wochenende für uns beide sehr günstig ist. Ich habe nämlich Montag Nachmittag und Dienstag Vormittag frei bekommen, da ich bei dem Ferienprogramm viele "Überstunden" machen werde. Also bin ich am Samstag um zehn alleine mit meinem Auto von Napier losgefahren. Nach ungefähr drei Stunden regnerischer Autofahrt bin ich im sonnigem Palmerston North angekommen. Dort wohnt und studiert Stef, der beste Freund von Erica, den ich schon in vorherigen Posts erwähnt habe. Mit ihm hatte ich mich zum Mittagessen verabredet. Nach einer kurzen Hausbesichtigung seiner WG haben wir beim Subway gegessen. Da Stef eine Pause von seinem Studium gut gebrauchen konnte, hat er mich für die paar Tage nach Wellington begleitet. Somit sind wir dann zusammen in meinem Auto weiter für ca. zwei Stunden an die südliche Spitze der Nordinsel gefahren, an der Wellington liegt. Wir hatten wunderschönem Sonnenschein, der für Wellington ungewöhnlich ist, da es normalerweise bewölkt und sehr windig ist. Nachdem ich das Auto den steilen Berg hinauf zu Ericas WG gequält hatte, sind ein paar Freunde gekommen und wir haben gemeinsam Abend gegessen. Mit einer Runde Trivial Pursuit und ein paar Bier ist der Abend ausgeklungen. Am Sonntag ging es in einen richtig modernen Gottesdienst. In Ericas Kirche hat eine Rockband fetzige und stimmungsvolle Lieder gespielt. Danach hat ein Gastprediger aus Australien richtig gut gesprochen. Zum Mittagessen sind wir drei (Erica, Stef und ich) mit Lorna, meiner anderen Gastschwester, die ich nun kennen gelernt habe, mit unserem Take-away Essen in einen Park am Strand gegangen. Als wir am Nachmittag auf die Kuppe des Mt Victoria gefahren sind, die oberhalb Wellingtons liegt, haben wir aufgrund des super Wetters eine tolle Aussicht gehabt. Rechst oben ein Bild mit der Innenstadt von Wellington. Links ein Foto mit Stef, Erica und mir.
Am Montag musste Erica in die Uni und daher haben Stef und ich uns selbst auf den Weg gemacht um Wellington zu besichtigen. Das großartige ist, dass in Wellington alle Gebäude und Museen freien Eintritt haben. Wir sind mit dem Bus ins Regierungsviertel gefahren um unsere Tour beim sog. Beehive (Bienenstock) zu beginnen. Dies ist das Amtsgebäude der Exekutive, das aufgrund der Architektur und nicht wegen des Fleißes der darin arbeitenden Personen so benannt wurde, und welches im Bild rechts zu sehen ist. Nach der Besichtigung einiger Kirchen und alter Parlamentsgebäude haben Stef und ich an einer einstündigen geführte Tour (auch kostenlos) durch das Beehive und neue Parlamentsgebäude teilgenommen. Das war ein sehr interessanter Rundgang bei dem wir u.a. den Sitzungsraum des Parlaments gesehen haben. Dabei habe ich z.B. auch gelernt, dass NZ das gleiche Wahlsystem (mit Erst- und Zweitstimme) wie Deutschland hat, und somit das selbe Problem mit den Überhangmandaten hat. Unser mitgebrachtes Mittagessen bestehend aus Sandwichen und Obst haben wir auf dem Rasen vor dem Parlamentsgebäude verzehrt. Das Foto links stammt davon (Beehive links und Parlamentsgebäude rechts). Zu Fuß ging es weiter an der Uferpromenade zum Wellington Meer Museum. Dieses sehr gut aufbereitete Museum war sehr informativ, aber auch unterhaltsam mit z.B. einer Hologramm-show. Der Civic Square, ein Platz im Zentrum der Innenstadt, mit hängender Silberkugel aus silbernem Farn (neuseeländische Landespflanze) war unsere nächste Station. Rechts unten ein Bild von mir, während ich diese Kugel halte :) Danach ging es weiter ins neuseeländische Nationalmuseum "Te Papa". Ein riesiges Museum mit verschiedensten Austellungen auf sechs Stockwerken. Sonntag Nachmittag hatten wir schon zwei Stunden in dem Museum verbracht und nun waren wir am Montag für nochmal zwei Stunden drinnen um wenigstens alles einmal gesehen zu haben. Dies ist aber ein Museum in dem man immer wieder auch nach dem zehnten Besuch Neues entdeckt. Nun haben wir unseren langen Fußmarsch zurück zu Ericas Wohnung angetreten. Quer durch den botanischen Garten, in dem wir uns verirrt haben, und diverse Hügel rauf und runter führte unser Weg. Nach eineinhalb Stunden sind wir schließlich noch rechtzeitig zum Abendessen gekommen. Es gab selbst gemachtes Sushi von Erica. Der nächtliche Ausflug ging wieder auf den Mt Victoria, der uns diesmal aber eine beeindruckende Sicht auf Wellington bei Nacht geboten hat. Am nächsten Morgen ging es wieder nach Hause, wobei ich Stef wieder nach Palmerston North gebracht habe, was sowieso auf dem Weg nach Napier liegt. Um halb drei habe ich dann schon wieder beim Kfc angefangen zu arbeiten. Insgesamt war es ein wunderbares Wochenende mit viel Spaß (v.a. mit Stef) und auch kulturellem Input.