Samstag, 10. Oktober 2009

Schulferien

Am Freitag, den 25. September, hatten wir schließlich unsere geplante "Costa Rica Party" in der Kirche. Die letzte Planung in der Woche vorher lief etwas drunter und drüber. Brett, der Pfarrer, ist aufgrund von Stress völlig erschöpft. Seine vielen Ämter haben ihm zu viel abverlangt und somit hat er drei Wochen Erholungsurlaub von seinem Arzt verschrieben bekommen. Dadurch ist der Hauptorganisator des Costa Rica Festes weggefallen. Wim und Louise (Erwachsene, die auch beim Kfc mithelfen) sind dann für ihn eingesprungen. Da Fiorella und ich von Anfang an beim Organisieren mit dabei waren, wussten wir über alle Pläne Bescheid und die Party konnte doch noch steigen. (Es würde darüber nachgedacht das Fest zu verschieben.) Am Freitag wurde die sog. Fish Hall (erbaut von einem Pf. Fish) von uns dekoriert und fleißig Teile des Essens gekocht. Die Gäste haben selber auch noch Gerichte mitgebracht, von Rezepten die wir vorher verteilt hatten. Oben links ein Foto der Fish Hall mit einem Teil des Buffets und der costaricanischen Flagge. Rechts ein Foto von Fiorella in der Landestracht und mir am Buffet. Zu diesem Fest waren die Kinder von Kfc und Mainly Music und deren Eltern eingeladen. Es kamen ungefähr 50 Leute. Nach dem leckeren costaricanischem Essen gab es "chocolate fish" (Schokoladenfische) aufgehängt an einer Schnur zum Nachtisch zum ohne Hände essen für die Kinder. Links ein Bild wie ein Kind dies versucht. Neben Sackhüpfen war das anschließende Tanzen bei Jung und Alt sehr beliebt. Fiorella hat zu passender Musik Salsa und Merengue Tanzschritte vorgetanzt und alle anderen sind dann mit eingestiegen.

Das zweiwöchige Ferienprogramm hat am Montag, den 28.09. begonnen. Wir hatten jeden Tag knapp an die 50 Kinder, aber gottseidank auch mindestens sechs Mitarbeiter. Montags bis Freitags haben wir die energiegeladenen Grundschulkinder von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr beschäftigt. Das Wetter war nicht immer frühlingshaft warm und so haben wir uns in Decken eingekuschelt. Siehe Foto links. Man beachte den Zettel auf dem "chair" in spanisch und deutsch übersetzt wurde, damit die Kinder ein paar Wörter von Fiorellas und meiner Muttersprache lernen. Wir haben einige Ausflüge gemacht. Zweimal sind wir im Schwimmbad gewesen. Das war ne Gaudi! Musste nur aufpassen dass mich die Kinder nicht ertränken. Bei schönem Wetter sind wir natürlich auch draußen gewesen. Ein Ausflug galt dem Skate-Park, der den Kinder viel Spaß gemacht hat. Auf Skateboards, Cityrollern oder mit Inline-Skates ging es Rampen rauf und runter. Stürze sind dabei natürlich vorprogrammiert. Mit den Pflastern aus unserem Erste Hilfe Koffer oder einem Lollie ist dann aber auch schon meist genügend geholfen. Die Hauptattraktion war eine lange steile Rampe zum Schwungholen um dann über eine Schanze in ein Schaumstoffbecken zu springen. Rechts im Bild ein wagemutiges Kind beim Sprung. Sehr beliebt war auch die Hüpfburg, die an einem Tag im Garten der Kirche aufgebaut war. Die Kinder haben den ganzen Nachmittag dort verbracht. Es war aber eher eine Rutsche als Hüpfburg. Vincent, ein anderer Mitarbeiter, kam auf die Idee die Kinder auf die Rutsche zu werfen. Auf den Fotos links und rechts sieht man zum einen anhand dem Anfang der langen Schlange wie beliebt das war und zum anderen wie hoch und weit die leichten Kinder geflogen sind.
An einem Morgen musste ich eine etwas ungewöhnlichere Arbeit machen. Das Kirchengebäude wurde vor ca. 50 Jahren von dem ursprünglichen Küstennahen Ort wegen Überschwemmungen zum jetzigen Ort "umgezogen". Deswegen und aufgrund der viele Erdbeben sitzt die Kirche nicht direkt auf dem Erdboden, sondern auf Stützpfosten ungefähr 30cm über dem Boden. (Wegen den Erdbeben und den größtenteils Art Fertighäusern hat hier eigentlich kein Haus einen Keller.) In diesem engem dreckigem Zwischenraum musste ich rumkriechen um ein Stromkabel zu verlegen, da ich als Jungspund dort noch relativ gut reinpasse. (Zugenommen habe ich noch nicht.) Etwas Angst einflößend war das schon unter dem riesen Gebäude. Links in dem Bild bin ich im dem weißen Overall, der nachher gut dreckig war, auf dem Weg durch das Loch in den Untergrund zu sehen.
In dem Ferienprogramm haben wir an einem Tag auch einen Tagesausflug auf einen Bauernhof gemacht. Die Kinder haben vor allem die Baby-Lämmer und ein Gänsekücken geliebt, wie auf den Bildern rechts und links zu sehen ist. Sonstige Highlights waren wie ein Junge den Elektrozaun der Gehege für ca. fünf Minuten angefasst hat und anscheinend den Stromschlag ganz toll fand. Auf einmal gab es aber einen riesen Schlag und der schreckliche Schmerz war gar nicht mehr lustig. In einem Tal gab es einen sehr schlammigen Tümpel, den die Kinder natürlich genossen haben. Anschließend waren alle Kinder mit Schlamm eingedeckt. Auf dem Heimweg waren nach diesem ereignisreichen Tag natürlich jeder müde. Da die Bussitze nicht die bequemsten zum schlafen sind, haben sich die Kinder einfach auf den Boden unter den Sitzbänken gelegt. Von dem Bauernhof hatte man auch eine gute Aussicht auf Napier. Den Teil auf dem Hügel kann man auf dem Foto rechts sehen.

Meine Gasteltern waren die Schulferien über in Australien im Urlaub, da Kirsty als Lehrerin Urlaub hatte. Wir drei Kinder waren daher alleine zu Hause, was aber gut geklappt hat. Beim Kochen haben wir uns abgewechselt und das Haus haben wir relativ sauber gehalten.

Mittwoch, 23. September 2009

Wellington

Letztes Wochenende, am Samstag den 19.09.09, bin ich relativ spontan nach Wellington, die Hauptstadt NZ, gefahren. Freitag Abend habe ich noch die Jugendgruppe mitgeleitet. Wir haben Spiele gespielt, Bilder und Videos der vergangenen Ausflüge angeschaut und über Eigentum geredet. Danach habe ich gepackt um am Samstag früh losfahren zu können. Erica, meine Gastschwester in Wellington, hatte mir schon seit längerem angeboten, bei ihr zu wohnen und sie zu besuchen. Am Donnerstag haben wir beschlossen, dass dieses Wochenende für uns beide sehr günstig ist. Ich habe nämlich Montag Nachmittag und Dienstag Vormittag frei bekommen, da ich bei dem Ferienprogramm viele "Überstunden" machen werde. Also bin ich am Samstag um zehn alleine mit meinem Auto von Napier losgefahren. Nach ungefähr drei Stunden regnerischer Autofahrt bin ich im sonnigem Palmerston North angekommen. Dort wohnt und studiert Stef, der beste Freund von Erica, den ich schon in vorherigen Posts erwähnt habe. Mit ihm hatte ich mich zum Mittagessen verabredet. Nach einer kurzen Hausbesichtigung seiner WG haben wir beim Subway gegessen. Da Stef eine Pause von seinem Studium gut gebrauchen konnte, hat er mich für die paar Tage nach Wellington begleitet. Somit sind wir dann zusammen in meinem Auto weiter für ca. zwei Stunden an die südliche Spitze der Nordinsel gefahren, an der Wellington liegt. Wir hatten wunderschönem Sonnenschein, der für Wellington ungewöhnlich ist, da es normalerweise bewölkt und sehr windig ist. Nachdem ich das Auto den steilen Berg hinauf zu Ericas WG gequält hatte, sind ein paar Freunde gekommen und wir haben gemeinsam Abend gegessen. Mit einer Runde Trivial Pursuit und ein paar Bier ist der Abend ausgeklungen. Am Sonntag ging es in einen richtig modernen Gottesdienst. In Ericas Kirche hat eine Rockband fetzige und stimmungsvolle Lieder gespielt. Danach hat ein Gastprediger aus Australien richtig gut gesprochen. Zum Mittagessen sind wir drei (Erica, Stef und ich) mit Lorna, meiner anderen Gastschwester, die ich nun kennen gelernt habe, mit unserem Take-away Essen in einen Park am Strand gegangen. Als wir am Nachmittag auf die Kuppe des Mt Victoria gefahren sind, die oberhalb Wellingtons liegt, haben wir aufgrund des super Wetters eine tolle Aussicht gehabt. Rechst oben ein Bild mit der Innenstadt von Wellington. Links ein Foto mit Stef, Erica und mir.
Am Montag musste Erica in die Uni und daher haben Stef und ich uns selbst auf den Weg gemacht um Wellington zu besichtigen. Das großartige ist, dass in Wellington alle Gebäude und Museen freien Eintritt haben. Wir sind mit dem Bus ins Regierungsviertel gefahren um unsere Tour beim sog. Beehive (Bienenstock) zu beginnen. Dies ist das Amtsgebäude der Exekutive, das aufgrund der Architektur und nicht wegen des Fleißes der darin arbeitenden Personen so benannt wurde, und welches im Bild rechts zu sehen ist. Nach der Besichtigung einiger Kirchen und alter Parlamentsgebäude haben Stef und ich an einer einstündigen geführte Tour (auch kostenlos) durch das Beehive und neue Parlamentsgebäude teilgenommen. Das war ein sehr interessanter Rundgang bei dem wir u.a. den Sitzungsraum des Parlaments gesehen haben. Dabei habe ich z.B. auch gelernt, dass NZ das gleiche Wahlsystem (mit Erst- und Zweitstimme) wie Deutschland hat, und somit das selbe Problem mit den Überhangmandaten hat. Unser mitgebrachtes Mittagessen bestehend aus Sandwichen und Obst haben wir auf dem Rasen vor dem Parlamentsgebäude verzehrt. Das Foto links stammt davon (Beehive links und Parlamentsgebäude rechts). Zu Fuß ging es weiter an der Uferpromenade zum Wellington Meer Museum. Dieses sehr gut aufbereitete Museum war sehr informativ, aber auch unterhaltsam mit z.B. einer Hologramm-show. Der Civic Square, ein Platz im Zentrum der Innenstadt, mit hängender Silberkugel aus silbernem Farn (neuseeländische Landespflanze) war unsere nächste Station. Rechts unten ein Bild von mir, während ich diese Kugel halte :) Danach ging es weiter ins neuseeländische Nationalmuseum "Te Papa". Ein riesiges Museum mit verschiedensten Austellungen auf sechs Stockwerken. Sonntag Nachmittag hatten wir schon zwei Stunden in dem Museum verbracht und nun waren wir am Montag für nochmal zwei Stunden drinnen um wenigstens alles einmal gesehen zu haben. Dies ist aber ein Museum in dem man immer wieder auch nach dem zehnten Besuch Neues entdeckt. Nun haben wir unseren langen Fußmarsch zurück zu Ericas Wohnung angetreten. Quer durch den botanischen Garten, in dem wir uns verirrt haben, und diverse Hügel rauf und runter führte unser Weg. Nach eineinhalb Stunden sind wir schließlich noch rechtzeitig zum Abendessen gekommen. Es gab selbst gemachtes Sushi von Erica. Der nächtliche Ausflug ging wieder auf den Mt Victoria, der uns diesmal aber eine beeindruckende Sicht auf Wellington bei Nacht geboten hat. Am nächsten Morgen ging es wieder nach Hause, wobei ich Stef wieder nach Palmerston North gebracht habe, was sowieso auf dem Weg nach Napier liegt. Um halb drei habe ich dann schon wieder beim Kfc angefangen zu arbeiten. Insgesamt war es ein wunderbares Wochenende mit viel Spaß (v.a. mit Stef) und auch kulturellem Input.

Dienstag, 22. September 2009

Meine letzten bzw. ersten Wochen

Nachdem ich am Sonntag, den 9. August, in Napier angekommen bin, habe ich gleich am Montag mit der Arbeit angefangen, bzw. wirklich gearbeitet haben Fiorella und ich am ersten Tag nicht. Brett hat uns nur kurz die Räumlichkeiten der Kirche gezeigt und in unsere Arbeitsbereiche eingewiesen. Danach haben wir eine Rundtour durch Napier und Umgebung gemacht. Mit dem Auto sind wir nach Napier gefahren. Kurz zur Geschichte von Napier: 1931 wurde die zu dieser Zeit relativ kleine Stadt durch ein Erdbeben und einem daraus resultierenden Feuer fast völlig zerstört. Bei dem Erdbeben hat sich der Boden um zwei Meter gehoben und damit entstand aus ehemaligem Meer viel neues Land. (In dem Vorort, indem ich gerade wohne, war vor 80 Jahren noch Meer.) Die Innenstadt von Napier wurde relativ schnell nach der Zerstörung komplett im Art Deco Stil neu erbaut. Nun wohnen hier 55 Tausend Einwohner. Napier liegt in der Hawke's Bay, einer Bucht an der Ostküste der Nordinsel. An der Küste ist ein großer Hügel, zu dessen Fuß der Hafen und die Innenstadt von Napier liegt.
Nachdem uns Brett an der Küste enlang geführt hat, sind wir auf den Aussichtspunkt des Hügels gefahren. Von dort stammt das Foto links mit Blick auf Napier. Danach sind wir nach Hastings, der Zwillingsstadt von Napier, ca. 15 min entfernt, gefahren. Dahinter liegt ein Berg (genannt "the peak"), von dem man einen sehr guten Überblick über Hawke's Bay hat. Somit hat uns Brett netterweise auf eine schöne und interessante Tour an unserem ersten Tag genommen. Am Dienstag haben wir dann angefangen, in der Kirche zu arbeiten. Als Fiorella und ich uns am Sonntag während dem Gottesdienst vorgestellt haben, sind wir mit vielen Leuten beim anschließenden morning tea ins Gespräch gekommen. Einer davon war John, ein ehemaliger Sekretär der Napier Memorial Tech Band (concert band/Orchester), der mir angeboten hat, mich zu einer Band Probe zu nehmen. (Die Band wurde 1929 gegründet und gehörte zu der damaligen Technischen Universität, die dann aber beim Erdbeben 1931 zerstört wurde. Nur die Band besteht bis heute.) Nächsten Dienstag Abend hat er mich von zu Hause abgeholt und mich zur zweistündigen Probe in Napier gefahren. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und integriert. Die Band besteht aus jede Menge älteren Leuten (Ü50), aber die andere Hälfte sind junge Leute in meinem Alter. An dem darauf folgenden Sonntag hatte die Band ein Konzert, auf dem ich schon mitspielen sollte. Also habe ich die rote Bandjacke bekommen und habe mitgespielt. Links ein Foto nach dem Auftritt mit Harvey, dem Trompeter der neben mir sitzt. Zwei Wochen später ist die Band übers Wochenende nach Rotorua zu einem nationalen Konzertband Wettbewerb gefahren, und ich war dabei :) Am Freitag Morgen um zehn ging es mit dem Bus los. (Ich hab den Tag frei bekommen.) Die vierstündige Busfahrt ging über schneebedeckte Pässe und war recht amüsant. Wir hatten zwei Auftritte am Samstag wovon einer von Richtern beurteilt wurde. Bei der Preisverleihung am Abend haben wir Bronze gewonnen. Danach wurde in dem Camp/Gebäudekomplex (Art Jugendherberge), in dem wir untergebracht waren, gefeiert. Am Sonntag sind wir am Vormittag rodeln gewesen (eine Rodelbahn bergab, aber in Wägen mit Reifen und Lenkrad) und anschließend ging es wieder nach Hause.

Erica, meine Gastschwester die in Wellington wohnt, war in den zwei Wochen vor dem Bandcamp wegen Semesterferien zu Hause hier in Napier. Durch sie habe ich ihren besten Freund Stefan (Stef) kennen gelernt, der aber auch nicht in Napier wohnt, sondern aufgrund der Semesterferien von seinem Uni-ort Palmerston North hierher gekommen ist. Zu dritt haben wir einiges unternommen wie zum Beispiel eine Nachttour an den Strand. Am Wochenende war die Jugendgruppe der Kirche auf einem Ski-Wochenendausflug, den ich in dem anderen Post erwähnt habe. Stef, der auch der Sohn von Wim, dem Verantwortlichen der Jugendarbeit, ist, war mit dabei. Zusammen hatten wir viel Spaß und haben zum Beisiel gemeinsam gesungen und Gitarre gespielt (Von seiner Mutter habe ich eine Gitarre für meine Zeit hier in Napier ausgeliehen bekommen.) und auch einen Teenager aus der Jugendgruppe in der Früh mitsamt seinem Schlafsack gekidnappt und an einen Laternenpfosten gebunden. Der hat das aber richtig locker genommen. Am darauf folgenden Montag war ich mit Stef im Meer in Napier windsurfen. Es war zwar noch Winter, aber die Sonne hat geschienen (, welche hier in NZ richtig spürbar stark ist,) und es war guter Wind. Mit langem Neoprenanzug blieb der Körper relativ warm, jedoch sind unsere Füße in dem eiskalten Wasser fast erfroren. Wir sind mit Stef's Auto zum Strand gekommen, aber um selbst mobil zu sein, habe ich mir vor ein paar Wochen ein Auto gekauft. Ich radl zwar jeden Tag zur Kirche (zwei Mal hin und zurück, da ich zum Mittagessen heim komme) und habe das als Autobesitzer auch nicht geändert. Nur wenn es regnet ;) Und das kommt hier in der Hawke's Bay, die Bucht in der ich wohne, recht selten vor. Wenn dann regnet es meistens nur nachts. Aufgrund des hohen Gebirges westlich der Hawke's Bay, kommt hier in Napier nur schönes Wetter an, was angeblich das beste in ganz Neuseeland sein soll. Zurück zum Thema, durch ein eigenes Auto komme ich zum Beispiel einfach zur Band Probe und bin allgemein unabhängig. Für meinen Reisemonat (im Januar) ist ein eigenes Transportmittel auch unerlässlich. Über trademe (eine Onlineplatform ähnlich wie Ebay, welche die Kiwis (=Neuseeländer) für alles mögliche nutzen) habe ich ein richtig günstiges Auto in der Nähe gefunden. Nachdem ein Mechaniker, welcher ein Freund von meiner Gastmutter ist, das Auto inspiziert hat, habe ich den spritsparsamen 1995 Mitsubishi Lancer gekauft. Da der Wertverlust bei einem solchen Auto sehr gering ist, hoffe ich, dass ich das Auto zum selben Preis wieder verkaufen kann. Damit ich mich daran gewöhne auf der linken Straßenseite zu fahren, was als Fahrradfahrer schon gut klappt, hat mir Peter, der Verantwortliche für Kfc, eine Fahrstunde im Van der Kirche gegeben. Da wir bei Regen die Kinder von der Schule mit dem Van abholen oder bei einem Ausflug mich als Fahrer des Vans brauchen, kam es auch Peter gelegen, dass ich sicher auf der "falschen" Straßenseite fahre.
Am 11. September, dem Wochenende nach dem Band Camp, war die Familie meiner Gastmutter beim Skifahren. Sille, Glen, Kirsty und ich sind mit meinem Auto am Freitag Spätnachmittag nach meinem Arbeitsschluss nach Taupo zu einem gemieteten Wochenendhaus gefahren. Als Fahrer dieser dreistündigen Autofahrt mit Kirsty als erfahrene Autofahrerin als Beifahrer, habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt. Es ist schon komisch auf der anderen Seite zu fahren. Am meisten Schwierigkeiten sind die hier sehr häufig vorkommenden Kreisverkehre, die man hier rechtsrum fährt. In Taupo haben wir zusammen mit beiden Brüder von Kirsty und ihren Ehefrauen übernachtet. Da am Samstag schlechtes Wetter war und das Skifahren ausfallen musste, haben wir eine Wanderung im Naturschutzpark gemacht. Links ein Foto mit einem Sohn von Kirsty's Bruder, der auch mit dabei war, und mir im schlechten nebeligem Wetter. Am Abend sind wir in einem Pub gegangen um das Rugbyspiel zwischen All Blacks (NZ) und Südafrika zu sehen. Der Sonntag hat wunderschönes Wetter gebracht, welches beim Skifahren den ganzen Tag über genutzt wurde. Als die Lifte geschlossenen haben, ging es wieder nach Hause nach Napier.

Meine Arbeit in der Kirche lief die letzten Wochen sehr gut. Fiorella und ich sind gut beschäftigt und das meiste ist angenehme Arbeit. Es ist manchmal schwierig sich gegenüber den Kindern Autorität zu verschaffen, aber es wird immer besser. Als Teammitglieder werden wir beide auch in Entscheidungs- und Planungsprozesse eingebunden. Zur Zeit wird der Teil des Gartens der Kirche umgestalten, der für die Kinder vorgesehen ist. Wir legen Gemüsebeete an, streichen den Zaun bunt, bauen einen Sandkasten und bringen eine Werkbank an. Unser Organisationstalent wird gerade bei der Planung einer Costa Rica Party gebraucht, welche bald für die Kinder stattfinden soll. Ab dem 28.09. sind für zwei Wochen Schulferien, in denen in der Kirche ein großes Ferienprogramm für knapp an die 50 Kinder läuft. Fiorella und ich werden somit den ganzen Tag sehr beschäftigt sein.
Zur Übersicht meine weitere Planung: Bis zum 22. Dezember werde ich in St. Columba arbeiten. Weihnachten werde ich mit meiner Gastfamilie verbringen. Am 26.12. fahre ich dann schon mit der Fähre auf die Südinsel, auf der ich mit anderen Freiwilligen von ICYE in Queenstown Silvester feiern werde. Den restlichen Januar habe ich Urlaub, welchen ich nutzen werde, um die Südinsel zu besichtigen. Am 28.01.2010 haben alle ICYE Freiwilligen ein viertägiges Mid-Year Seminar. Danach geht es für sechs Monate in ein anderes Projekt in NZ. Und dann bin ich schon fast wieder zu Hause in Deutschland.